Traumjob Gärtner: So gelingt der Start in den Beruf als Gärtner

Gartenanlagen gestalten und pflegen, Pflanzen anbauen oder züchten, Gartenarbeiten auf dem Friedhof oder in einem Landschaftspark erledigen – all das gehört zu den typischen Aufgaben eines Gärtners. Wer genau solche Arbeiten bereits in seiner Freizeit gerne im heimischen Garten ausführt und einen grünen Daumen hat, der findet im Beruf des Gärtners möglicherweise seine Erfüllung. Wie man Gärtner werden kann, welche Aufgaben zum Arbeitsalltag eines Gärtners gehören, welche Weiterbildungen es gibt und viele weitere interessante Informationen bietet dieser Artikel.

Wie wird der Traum vom Job als Gärtner Realität?

Wer von einem Berufsleben als Gärtner träumt, der kann den Grundstein für seine Traumerfüllung durch eine dreijährige Berufsausbildung zum Gärtner legen. In dieser Zeit erwerben Auszubildende alle wichtigen Fähigkeiten und das erforderliche Fachwissen für die spätere selbstständige Berufsausübung. Mit dem erfolgreichen Bestehen der Ausbildung zum Gärtner muss jedoch noch nicht Schluss auf dem beruflichen Weg sein. Es gibt eine Reihe zusätzlicher Qualifikationen, welche das eigene Tätigkeitsfeld erweitern, bessere Gehaltsaussichten und einen größeren Tätigkeitsbereich in Aussicht stellen.

Die Weichen hierfür stellt man mit einer passenden Weiterbildung und diese kann in einigen Fällen bequem berufsbegleitend und teilweise oder sogar vollständig von Zuhause aus absolviert werden. Auch die Förderung von Weiterbildung ist unter gewissen Voraussetzungen denkbar. Möglich sind ebenso der Erwerb eines Meistertitels oder eine Fortbildung zum Fachagrarwirt. Zudem kann man sich nach Abschluss der Ausbildung und einigen Jahren Berufserfahrung als Gärtner selbstständig machen und sein eigenes Unternehmen gründen. Eine solche Selbstständigkeit ist jedoch immer mit gewissen Risiken verbunden, weshalb ein solcher Schritt gründlich geplant sein sollte.

Ein Beruf mit sieben Fachrichtungen

Unterschieden wird das Berufsbild des Gärtners nach unterschiedlichen Fachrichtungen. Es lohnt sich daher schon vor dem Start einer Ausbildung zu hinterfragen, in welchem Bereich man später beruflich tätig sein möchte. Entscheiden müssen sich Azubis jedoch erst zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres für eine der sieben möglichen Fachrichtungen. Zu ihnen gehören der Bereich der Friedhofsgärtnerei, der Staudengärtnerei, des Zierpflanzenbaus, Gemüsebaus, Obstbaus, Garten- & Landschaftsbaus und der Baumschule. Die jeweiligen Bezeichnungen der Fachrichtungen geben bereits einen Überblick darüber, auf welchen thematischen Schwerpunkt man sich hierbei spezialisiert und was das für die spätere Berufsausübung bedeutet.

Wissenswertes über die Ausbildung zum Gärtner

Bei einer Ausbildung zum Gärtner handelt es sich wahlweise um ein duales Ausbildungssystem oder eine rein schulische Berufsausbildung. Das duale System hat den Vorteil, dass Azubis sowohl theoretisches Berufsfachwissen in der Berufsschule als auch Praxiswissen in einem Lehrbetrieb erlangen. Die Ausbildung zum Gärtner ist in der Regel auf drei Jahre ausgelegt und wird mit einer theoretischen wie praktischen Prüfung abgeschlossen. Danach können Absolventen die Berufsbezeichnung Gärtner oder Gärtnerin verwenden.

Da es sich hierbei um eine geschützte Berufsbezeichnung handelt, ist das nur mit erfolgreich absolvierter Ausbildung möglich. Bei entsprechender Vorausbildung oder besonderer Eignung des Auszubildenden ist unter gewissen Voraussetzungen eine Verkürzung der Lehrzeit auf zwei Jahre möglich. Allerdings sollten Lehrlinge den damit verbundenen Mehraufwand nicht unterschätzen.

Was lernt man in der Ausbildung zum Gärtner?

Ein wichtiger Themenschwerpunkt der schulischen und theoretischen Gärtnerausbildung ist die Pflanzenkunde. Hierbei lernen Azubis verschiedene Pflanzen zu bestimmen, ihre Qualität zu beurteilen und setzen sich mit den Ansprüchen auseinander, welche unterschiedliche Pflanzenarten an Standort und Pflege haben. Außerdem befassen sich Lehrlinge damit, wie ein Schädlingsbefall an Pflanzen erkennbar ist und welche Maßnahmen in diesem Fall ergriffen werden müssen. Darüber hinaus beschäftigen sie sich mit möglichen Pflanzenschutzmaßnahmen. Auch Aspekte des Umwelt- und Naturschutzes sind für angehende Gärtner relevant und werden daher in der Berufsausbildung thematisiert.

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Ein weiteres Thema ist der korrekte Einsatz von Geräten, Maschinen und Werkzeugen im Arbeitsalltag eines Gärtners. Erst im dritten Ausbildungsjahr erfolgt die Festlegung der Azubis auf eine Fachrichtung, an die sich dann die einjährige fachrichtungsbezogene Ausbildung anschließt. Hierbei werden thematisch die spezifischen Aufgaben und Herausforderungen des gewählten Fachbereichs in der Berufsschule und dem Praxisunterricht im Lehrbetrieb ausführlich behandelt.

Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Gärtner

Einige persönliche Eigenschaften und gesundheitliche Aspekte spielen für die Eignung von Bewerbern um einen Ausbildungsplatz eine wichtige Rolle. Wer mit dem Beruf des Gärtners seinen Lebensunterhalt bestreiten möchte, der wird einen Großteil des Arbeitstages im Freien verbringen. Für Personen mit starkem Heuschnupfen eignet sich dieser Berufszweig daher eher weniger. Auch anspruchsvolle körperliche Arbeit ist Teil des Berufsalltags, weshalb körperliche Fitness und ein guter Gesundheitszustand ebenfalls vorausgesetzt werden. Darüber hinaus sollten Bewerber um eine Lehrstelle keine Scheu vor der Botanik und ihren vielen Bewohnern haben, über ein gewisses Maß an Vorstellungskraft verfügen und gut im Team arbeiten können.

Zu den formellen Voraussetzungen lässt sich keine pauschale Aussage machen. Viele Ausbildungsbetriebe setzen mindestens einen Hauptschulabschluss voraus, andere erwarten einen Realschulabschluss. In einigen Bereichen können jedoch auch Quereinsteiger in den Beruf des Gärtners kommen. Bezogen auf das Alter gibt es bei der Ausbildung zum Gärtner formell keine Grenzen. Sowohl Schulabsolventen im Alter von 16 bis 18 Jahren als auch ältere Personen mit dem Wunsch nach einer beruflichen Neuorientierung können sich auf Ausbildungsstellen bewerben.

Arbeitsbereiche und mögliche Arbeitgeber für Gärtner

Wo man als ausgelernter Gärtner eine Anstellung findet, hängt stark von der gewählten Fachrichtung ab. Mögliche Arbeitgeber sind neben klassischen Gärtnereien auch Baumschulen, Gartencenter, städtische Betreiber von Grünanlagen, die Friedhofsverwaltung und private Grundstücksbesitzer, welche einen eigenen Gärtner zur Pflege ihres Anwesens beschäftigen. Teilweise sind auch in Zoos, Freizeitparks und großen Hotelanlagen eigene Gärtner angestellt, welche alleine oder im Team die komplette Landschaftspflege übernehmen.

Hinzu kommt die Möglichkeit der Selbstständigkeit, bei der man sowohl für Privatpersonen als auch für gewerbliche Kunden und kommunale Einrichtungen tätig werden kann. Einen Großteil der Arbeitszeit verbringt ein Gärtner im Freien. Weitere Arbeitsbereiche sind Gewächshäuser, Verkaufsflächen und Kulturräume.

Unser Tipp

Wer sich zwar stark für den Beruf des Gärtners interessiert, jedoch noch nicht ganz sicher ist, der kann bei einem mehrwöchigen Praktikum in den Arbeitsalltag des Gärtners hineinschnuppern. Dabei lernt man unterschiedliche Aufgabenbereiche, typische Arbeitsabläufe und viele kleine Details dieses Berufs genau kennen. Basierend auf den eigenen Praktikumserfahrung lässt sich anschließend besser beurteilen, ob es sich hierbei um den passenden Beruf für die individuellen Interessen, Fähigkeiten und Vorstellungen handelt, oder ob möglicherweise doch ein anderer Beruf besser geeignet ist.


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