Sag’s durch die Blume: Die Blumensprache

Das bekannteste Symbol für die Liebe ist neben dem Herz wohl die Rose. Allerdings sind sich nur die wenigsten Menschen darüber bewusst, dass nicht nur die Rose eine besondere Bedeutung innehat, sondern auch nahezu alle anderen Blumen. Blumen versenden ist deswegen eine besonders kreative Art, einem anderen Menschen eine versteckte Botschaft zu übermitteln.

Worauf bezieht sich die Blumensprache?

Heute ist es nur noch sehr schwer nachvollziehbar, wie die Blumen an ihre Bedeutungen im Laufe der Jahre gekommen sind. Es ist sogar möglich, dass sich die Bedeutung und der generelle Ruf einer Blume mit der Zeit verändert, wie es beispielsweise bei der Nelke der Fall war. Oft ist die Symbolik der Blumen mit ihrer Optik verbunden. Pflanzen, die hoch und schlank wachsen, werden daher häufig mit Stolz assoziiert, stachelige Gewächse, wie zum Beispiel die Distel, drücken nicht gerade große Herzlichkeit aus. Auch die charakteristischen Farbgebungen der Pflanzen stehen oft mit ihrer Bedeutung in Verbindung. So verkörpert die Farbe Weiß in der Regel Reinheit.

Die Geschichte der Blumensprache

Die bekannte Redensart „etwas durch die Blume sagen“ ist bereits seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Redewendung auf die Blumensprache zurückzuführen ist. Der Ausdruck „etwas unverblümt“ sagen bedeutet dabei das Gegenteil. Hiermit sind Äußerungen gemeint, die sehr offen und ehrlich getätigt werden. Im Romantik-Zeitalter war der Code für Dinge, die nicht gefragt oder ausgesprochen werden wollten „Blumen sprechen lassen“.

Besonders Liebende haben im Laufe der Geschichte – und auch noch in der heutigen Zeit – oft zu Blumen gegriffen, um sich durch die Blumensprache miteinander zu verständigen. So können Verliebte Bitten, Wünsche oder Gefühle ganz ohne Worte ausdrücken.

Blumensprache als verdeckte Form der Kommunikation

Bevor sich die Bedeutungen der einzelnen Blumen entwickelt haben, wurden diese zwar auch schon als Zeichen der Zuneigung und der Liebe verschenkt, allerdings wurden Blumensträuße mit Aufkommen der Blumensprache wesentlich ausgewählter zusammengestellt. Dadurch konnte, vorausgesetzt die beiden Beteiligten waren mit der Blumensprache vertraut, eine präzise Kommunikation geführt werden. Es konnten intime Erwartungen und Gefühle mitgeteilt werden und sogar Uhrzeiten und Treffpunkte ausgemacht werden – ohne, dass andere davon etwas mitbekamen. Blumensträuße wurden somit genutzt, um Bitten, Herzensangelegenheiten, Wünsche, Klagen und geheime Geständnisse zu übermitteln.

Besonders für Verliebte war dies in strengeren Zeiten der Geschichte eine tolle Chance, wenn durch die Gesellschaft keine öffentlichen Flirtereien geduldet wurden. Da alle Zuneigungen im Verborgenen ablaufen mussten, wurden Blumen genutzt, um dezent miteinander zu kommunizieren. Die Botschaft, die durch die Blumen übermittelt wurde, konnte vor allem aus der Blumenart, die genutzt wurde, abgeleitet werden. Doch auch die Art der Aufbereitung und Präsentation der Blumen hat eine besondere Nachricht übermittelt. Wenn bei einer Rose zum Beispiel die Blätter und Dornen entfernt wurden, hatte dies eine Änderung der Aussage zur Folge.

Die Sprache der Blumen wird auch heute noch geschätzt

Die Blumensprache kann also durchaus als eigenständige Kommunikationsform bezeichnet werden, bei der auf Vokabeln verzichtet und trotzdem mehr ausgedrückt werden konnte, als mit tausend Worten. Ein festes Wörterbuch, in dem die einzelnen Bedeutungen der Blumen niedergeschrieben waren, gab es allerdings nie. Auch in den heutigen Zeiten sprechen die Blumen noch die schönste Sprache der Welt. Wenn Worte versagen, kann mit den richtigen Blumen auch in den modernen Zeiten noch viel ausgedrückt werden.

Besonders im Zeitalter der Digitalisierung ist ein schöner und duftender Blumenstrauß zwischen nüchternen E-Mails und SMS eine willkommene Abwechslung. Und – falls der Empfänger der althergebrachten Blumensprache nicht mächtig sein sollte, so kann dem Blumenstrauß ja immer noch eine nette, persönliche Grußkarte beigelegt werden.

Bildquelle Titelbild:

  • Kolpakova Svetlana/shutterstock.com
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