Saat richtig lagern – Was sollte beachtet werden?

saat richtig lagern

In eigentlich jeder Gartensaison bleiben einige Sämereien übrig, die nicht mehr benötigt wurden. Viele Menschen fragen sich in einem solchen Fall, wie lange das Saatgut in der geöffneten Tüte noch haltbar ist und ob es auch im nächsten Jahr noch verwendet werden kann. Das ist gerade bei Gemüse und Obst eine durchaus berechtigte Frage. Denn schließlich wollen wir auch im nächsten Jahr wieder leckere und vor allem gesunde Sorten essen. Daher sollte das Saatgut passend gelagert werden.

Saat richtig lagern: Wie lange sind Samen keimfähig?

Wenn Saatgut falsch gelagert wird, kann es mit der Zeit an Kraft verlieren. Denn innerhalb der Körner laufen unterschiedliche Prozesse ab, die Energie benötigen. Falsch gelagerte Samen keimen nicht mehr richtig und es entstehen daher auch keine richtigen Pflanzen. Werden sie dagegen richtig verstaut, können sie mehrere Jahre und manchmal sogar mehrere Jahrzehnte. Während die Samen von Schnittlauch und Bohnenkraut nur rund 12 bis 24 Monate haltbar sind, können Möhren, Erbsen, viele verschiedene Zwiebelsorten und Fenchel in der Regel auch noch drei Jahren erneut eingesät werden. Sehr langlebig sind die Samen der Wildpflanze mit dem Namen Sommerportulak. Sie können ihre Keimfähigkeit enorme 40 Jahre erhalten.

Samen richtig lagern – Einige nützliche Tipps

Am einfachsten lässt sich gut gereinigtes und vor allem getrocknetes Saatgut lagern. Allerdings sollten hierbei auch einige weitere Punkte beachtet werden.

1. Die Temperatur

Saatgut sollte grundsätzlich bei Temperaturen um die zehn Grad Celsius oder sogar noch darunter gelagert werden. Mit Frost sollte es dagegen nicht in Kontakt kommen. Dachböden und Gartenlauben eignen sich nicht besonders als Aufbewahrungsort für Samen, da dort in der Regel sehr starke Temperaturschwankungen vorherrschen.

2. Das Klima

Die Raumluft am Aufbewahrungsort sollte möglichst konstant sein. Daher ist der Keller keine gute Wahl. Denn dort kann sich schnell Feuchtigkeit bilden, die im schlimmsten Fall zu Schimmelpilzen führt. Die Gefäße sollten möglichst dunkel stehen. Hierfür können sie in Papptüten oder blickdichten Kisten verstaut werden. Dadurch wird der Lichteinfall reduziert und das Saatgut bleibt länger haltbar.

3. Das Aufbewahrungs-Gefäß

Am besten wird Saatgut in einem luftdicht verschließbaren Behälter aufbewahrt. Hierfür eignen sich zum Beispiel normale Einweckgläser oder Marmeladengläser sehr gut. Wichtig ist, dass die Luftfeuchtigkeit bei der Lagerung stets niedrig gehalten wird. Hierfür kann sogenanntes Silizium-Gel aus der Drogerie in das Glas eingebracht werden. Je weniger Kontakt das Saatgut mit Luft und Feuchtigkeit hat, desto länger bliebt es haltbar. Zudem sollte bei der Wahl eines passenden Behälters auch darauf geachtet werden, dass es mäusesicher ist. Denn diese sehen einige Samen als Delikatessen an. Sehr gut eignen sich spezielle Keimschutzbehältnisse. Denn diese verhindern, dass die Samen von Krankheiten und Pilzen befallen werden.

4. Übersichtlichkeit

Da in der Regel mehrere unterschiedliche Samen gelagert werden, sollten die Gefäße mit einem Aufkleber versehen werden. Auf diesem wird vermerkt, welches Saatgut sich in den Gläsern befindet. Dadurch hat der Hobbygärtner immer alle Samen zur Hand und weiß, wo sich welches Saatgut befindet.

Kann Saatgut auch eingefroren werden?

Ja, Saatgut kann teilweise auch eingefroren werden. Dadurch ist es noch länger haltbar und kann theoretisch auch noch nach einigen Jahren verwendet werden. Wichtig ist hierbei, dass es bei ungefähr – 18 Grad Celsius aufbewahrt wird. Hierfür wird es im Vorfeld gründlich gereinigt und vor allem komplett getrocknet.

Auf das Haltbarkeitsdatum achten

Um zu erkennen, wie lange Saatgut haltbar ist, kann das Haltbarkeitsdatum eine erste Auskunft geben. Denn dieses gibt an, wie lange die Keimfähigkeit gesichert ist. Allerdings gilt dies nur, wenn das Saatgut richtig gelagert wird. Leider ist dies bei kaum einem Gartencenter, Discounter und Baumarkt möglich. Dadurch fällt die Mindesthaltbarkeit auch deutlich geringer aus. Denn durch diverse äußere Einflüsse, wie zum Beispiel Luftfeuchtigkeit oder besonders warme Temperaturen wird diese negativ beeinflusst. Hilfreich kann es sein, einen Blick auf das jeweilige Abfülljahr zu werfen. Dieses wird ebenfalls auf der Saatgut-Tüte abgedruckt und kann einen wertvollen Hinweis liefern.

Keimfähigkeit von Saatgut vor dem Einsäen testen

Wer sich nicht sicher ist, ob das Saatgut aus dem Vorjahr noch gut ist, sollte es nicht direkt einsäen. Vielmehr kann er einen sogenannten Keimtest machen. Hierfür streut er einige Samen in einen Blumentopf oder auf ein Stück feuchtes Küchenpapier und schaut, wie sie wachsen. Wenn nach einigen Wochen noch kein Keim zu sehen ist, sollte die Tüte entsorgt und eine neue gekauft werden. Wachsen die Samen hingegen noch wie gewünscht, werden sie zum passenden Zeitpunkt in den Garten gepflanzt.

Bildquelle:

  • © fotolia.com – jackfrog
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