Rosen veredeln: So gelingt es in wenigen Schritten

Nichts ist schöner als eine viel bestaunte, üppig blühende Rose im eigenen Garten. Der Weg zu diesem Ziel gelingt mit Geschick, Sorgfalt und dem richtigen Werkzeug auch Hobbygärtnern. Hier sind die wichtigsten Informationen für gutes Gelingen zusammengefasst.

Rosen veredeln: Zusammenpassende Sorten

Ziel der Veredelung ist eine Eigenkreation mit prächtiger Blüte, die außerdem robust gegen Umweltbedingungen gedeiht. Deshalb werden zunächst zweierlei Rosensorten benötigt:

  • Wildrosen sind weniger anfällig gegen Rosenkrankheiten oder Schädlinge. Dafür sind sie von Natur aus mit kräftigem Wurzelwerk ausgestattet. Dieses hält schlechte Gartenzeiten gut aus. Für eine ebenfalls widerstandsfähige Neuzüchtung im eigenen Garten bilden Wildrosen deshalb die optimale Unterlage.
  • Edelrosen sind empfindlicher als Wildrosen gegen Umweltbedingungen. Allerdings blühen sie viel dichter und üppiger. Eine genaue Empfehlung für das erfolgreiche Veredeln gibt es bei der Sortenauswahl nicht. Jede noch so extravagante Neuzüchtung aus dem Gartencenter lässt sich mit Wildrosen veredeln.

Richtige Zeit für erfolgreiches Veredeln von Rosen

Im heißen August blühen Wild- und Edelrosen am intensivsten. Voraussetzung ist allerdings, dass die Wildrose als Unterlage bereits seit dem letzten Herbst Zeit zum Gedeihen hatte. Auch die Pflanzung im Frühjahr kann noch den Veredelungserfolg bedeuten.

Benötigtes Werkzeug

Ein Okuliermesser sieht auf den ersten Blick aus wie ein gewöhnliches Taschenmesser. Jedoch sind seine beiden Klingen besonders hart und scharf. Verwendet wird dieses unverzichtbare Werkzeug nicht nur zum Veredeln von Rosen. Auch für die Veredelung von Obstgehölzen ist es optimal geeignet. Ziel der Verwendung des Werkzeugs sind glatte Schnittflächen, welche benachbarte Bereiche nicht verletzen. Der verwendete Edelstahl ist außerdem besonders hygienisch. Ein weiterer Vorteil ist eine lange gewährleiste Schärfe. Denn mit stumpfen Klingen würde das Veredeln unsauber ausfallen. Die verletzte Stelle wäre anfälliger für den Befall durch Schädlinge.

Der Prozess in einfachen Schritten erklärt

Sorgfalt und Geduld sind für das Veredeln unverzichtbar. Es sollte deshalb für die nötigen Schritte genügend Zeit eingeplant werden. So geht der ambitionierte Rosenzüchter dabei vor:

  • Den richtigen Zweig aussuchen

Im August stehen Edelrosen in voller Blüte. Doch aufgrund des dichten Blütenbesatzes welken einige Bereiche früher als andere. Optimal zum Veredeln ist ein frischer Zweig, an dem die Blüten bereits abgeblüht sind. Dagegen stehen die Blütenblätter darunter noch grün und frisch. Mindestens fünf solcher Blütenblätter müssen beim Abknipsen übrig bleiben. Wer mag, testet die Eignung zusätzlich mit der Prüfung der Stacheln. Lassen sich diese leicht entfernen, ist der richtige Zweig gefunden.

  • Achtung beim Entblättern und Entstacheln

Unterhalb des Blattstiels der Edelrose sitzen die Augen. Ohne sie ist eine Veredelung unmöglich. Bevor es an den nächsten Schritt geht, müssen jetzt sämtliche Blätter und Stacheln vom ausgesuchten Rosenzweig entfernt werden. Jedoch darf dabei keinesfalls der Blattstiel entfernt oder beschädigt werden. Über den Augen ist noch ein dünner grüner Blattstängel übrig. Er kann mit viel Fingerspitzengefühl einfach von Hand weggebrochen werden. Auch dabei müssen die Augen sichtlich unbeschädigt bleiben.

  • Einsatz für das Okuliermesser

Ab jetzt ist steriles Arbeiten oberstes Gebot für das Gelingen der Veredelung. Speziell dafür eignet sich die scharfe Klinge des Okuliermessers aus sterilem Edelstahl. Einige Millimeter unter den Augen wird das Messer vorsichtig angesetzt und senkrecht sowie dünn nach unten am Zweig entlang geführt. Das Stück über den Augen wird umgeklappt und jenes einer Gabel ähnliche Stück entfernt. Übrig bleibt ein grünes Stück. Dieses Auge wird im übernächsten Schritt zum Veredeln in die Wildrose gesetzt.

  • Sauberkeit als Schutz für die Erfolgsaussichten beim Veredeln

Das kleinste bisschen Schmutz würde aus der selbst erzeugten Wunde ein Wachstums- und sogar Lebensrisiko sowohl für die Wildrose als auch für den ausgewählten Zweig der Edelrose bedeuten. Deshalb muss jetzt der Wurzelhals der Unterlage (also der Wildrose) freigelegt werden. Jetzt sorgt ein trockenes Tuch dafür, dass auch letzte schädliche Krümel gründlich verschwinden.

  • Das Einsetzen des Rosenzweiges in die Unterlage

An dieser Stelle ist wieder die Nutzung des Okuliermessers nötig. In den Wurzelhals der Wildrose wird ein Schnitt in T-Form eingebracht. Beide Enden des Schnittes werden nun sanft ein Stückchen auseinander geklappt. In die so entstandene Tasche wird das Auge der vorbereiteten Edelrose vorsichtig eingesetzt. Dabei dürfen keinesfalls Verletzungen oder Bruchstellen entstehen. Überstehende Haut lässt sich mühelos wegschneiden. Am Ende dieses Schritts werden die Enden der Tasche wieder gründlich zugeklappt. Nun sitzt das Auge gut geschützt im Wurzelhals.

  • Schutz der veredelten Stelle vor künftigen Schäden

Wie eine Wunde sind die geschnittenen Öffnungen in der Zeit nach der Veredelung noch stark anfällig für eindringenden Schmutz. Dies lässt sich leicht vermeiden. Dazu wird ein normales Gummiband eng um die veredelte Stelle gezogen. Ebenfalls gut für sicheren Verschluss eignet sich ein Rosengummiband, wie es professionelle Rosenzüchter einsetzen.

Die Pflege der Rose nach der Veredelung

Nun ist bis zum nächsten Frühjahr Geduld gefragt. Denn erst dann bilden sich die ersten Triebe der Eigenzucht. Immer noch versucht die Wildrose, wilde Triebe auszubilden. Diese müssen abgeschnitten werden. Nur auf diese Weise gelingt es, dass einzig die Edelrose an der veredelten Stelle austreibt. Vorläufig ist ständiges Beobachten nötig. Denn es kann auch nach längerer Zeit noch passieren, dass der eine oder andere Wildtrieb austreibt. Falsch wäre ein Abschneiden solcher Triebe. Sie würden auf diese Weise nur noch üppiger wachsen. Besser ist ein Ausreißen knapp unterhalb der Oberfläche.

Fazit

Rosen sind anspruchsvolle Pflanzen, aber wegen ihrer üppigen Blütenpracht beliebt. Mit Sorgfalt und etwas Geschick sowie dem richtigen Werkzeug lassen sie sich auch im heimischen Garten veredeln. Schritt für Schritt wird so aus einer Wildrose und einer Edelrose ein einzigartiges Gartengewächs, das garantiert alle Blicke auf sich zieht.

Bildquelle:

  • KOOKOO/shutterstock.com
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