Kiwibaum: Richtig pflegen, pflanzen und ernten

kiwibaum

Die Kiwi hat ihren Ursprung in China und galt lange Zeit als reine Importfrucht. Aufgrund ihrer Herkunft ist sie auch als Chinesische Stachelbeere bekannt. Vor mehr als tausend Jahren begann man dort, die Pflanzen anzubauen, denn sie lieferten nicht nur Nahrung. Die langen Triebe, die sie ausbilden, wurden zudem zur Herstellung von Papier genutzt.

Der Kiwibaum: Grundlegende Informationen

Den Namen Kiwi erhielt sie in Anlehnung an das Wappentier Neuseelands, denn von den Inseln wird sie ebenfalls häufig nach Europa geliefert. Mittlerweile kann die Südfrucht aber auch erfolgreich bei uns angebaut werden und ist eine Bereicherung für deutsche Obstgärten. Allerdings bieten sich dafür lediglich bewährte Weinbauregionen an oder Standorte, an denen die Winter recht mild und die Sommer feucht sind.

Die Kiwi erscheint in vielen Variationen. Die wohl bekannteste Form weist eine haarige Haut und grünes Fruchtfleisch auf. Weit verbreitet sind allerdings auch glattschalige Exemplare mit einem gelben Innenleben oder auch die kleinen Kiwibeeren, die nicht größer als Weintrauben werden.

Wie sieht eine Kiwipflanze eigentlich aus?

Wie eine Kiwi aussieht, kann wohl jeder beschreiben. Aber auf die Frage, wie sie wächst, haben nur die wenigsten eine Antwort. Es handelt sich dabei um lianenartige Schlingpflanzen. Sie sind sommergrün und überleben mehrere Jahre. Zwischen Juni und Juli sind ihre erst weißen, dann gelben Blütenblätter zu bewundern. Damit die Pflanzen Früchte tragen, muss mindestens ein weibliches und ein männliches Exemplar gepflanzt werden, denn die Gewächse sind zweihäusig. Das bedeutet, dass sie entweder nur weibliche oder nur männliche Blüten tragen. Eine Selbstbefruchtung ist somit nicht möglich.

Die Früchte entwickeln sich nur aus den weiblichen Blüten, die an ihren weißen, von Staubblättern umringten Griffeln zu erkennen ist. Die männlichen Blüten erscheinen in weitaus größerer Anzahl und sind durch eher kleine Griffel und eine Vielzahl von Staubblättern zu erkennen. Einige neuartige Züchtungen weisen mittlerweile allerdings sowohl weibliche als auch männliche Blüten auf, sind also einhäusig. Beobachtungen zufolge erhöht sich der jeweilige Fruchtstand dennoch, wenn mindestens 2 Pflanzen nebeneinander angesiedelt werden.

kiwi pflanzen
Formatoriginal/shutterstock.com

Konnten die weiblichen Blüten erfolgreich bestäubt werden, steht dem Ausbilden der Früchte nichts mehr im Weg. Es entstehen braune, dicht behaarte Kiwis mit saftig grünem Fruchtfleisch. In einigen Fällen muss der Natur etwas nachgeholfen werden. Beobachten Sie, dass Bienen und Hummeln Ihrem Garten eher fern bleiben, können Sie die Bestäubung selbst in die Hand nehmen. Nehmen Sie dazu ein paar der männlichen Blüten und streichen Sie mit deren Staubblättern über die Griffel der weiblichen Pflanzen.

Der perfekte Standort

Kiwis sind eigentlich Südfrüchte, das sollten wir nicht vergessen. Frost können sie nur schlecht standhalten und auch der Spätfrost im Frühling kann ihnen zum Verhängnis werden. Am wohlsten fühlen sich die Pflanzen an einem windgeschützten, warmen und hellen Standort, der aber nicht dauerhaft von der Sonne bestrahlt werden sollte. Möchten Sie Kiwis in Ihrem eigenen Vorgarten anpflanzen, dann tun Sie dies am besten auf der West- oder Südwestseite. Der Austrieb beginnt somit erst verspätet und der Spätfrost ist dann bereits vorüber.

Bereiten Sie Ihren Boden mit etwas Kompost oder Rhododendronerde auf, wenn er recht kalkreich ist. Die Pflanzen brauchen einen humusreichen Boden, dem es nicht an Nährstoffen fehlt, um gut gedeihen zu können. Im Idealfall ist dessen pH-Wert leicht sauer.

Kiwibaum richtig großziehen

Wer Saatgut kaufen und die Kiwipflanzen selbst hochziehen möchte, muss geduldig sein. Bis sie die ersten Blüten ausbilden, können 6 oder gar 10 Jahre vergehen. Daher ist es sinnvoller, Jungpflanzen vom Gartencenter des Vertrauens zu verwenden. Dabei handelt es sich um Stecklinge, die bereits nach 2 Jahren zu blühen beginnen. Ab Mai können Sie diese nach draußen pflanzen. Schenken Sie Ihnen dabei etwas Freiraum und lassen Sie etwa 3 m Platz zwischen den Pflanzen. Andernfalls kommen sie sich früher oder später in die Quere und müssen den Standort wechseln.

Vergessen Sie nicht, mindestens ein weibliches und eine männliches Exemplar zu pflanzen, damit die Blüten befruchtet werden können. Damit das möglich ist, sollten sie nicht weiter als 4 m auseinanderstehen. Bedecken Sie den Boden im Anschluss mit etwas Mulch und gießen Sie die Pflanzen großzügig. Der Mulch verhindert, dass der Boden zu schnell aufheizt und austrocknet. Er muss stets feucht gehalten werden, sodass große aromatische Früchte ausgebildet werden können. Ein Dünger ist vorerst nicht nötig. Ist die Pflanze bereits etwas älter, bietet sich im Frühjahr und im Hochsommer Mineraldünger oder Hornmehl an.

kiwi richtig pflegen
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In den Wintermonaten gilt es, die Wurzeln vor Frost zu schützen. Sie können den Boden beispielsweise mit Reisig abdecken. Haben Sie Ihre Kiwipflanzen in Kübeln kultiviert, dann holen Sie diese vorübergehend ins Haus und platzieren Sie sie an einem hellen aber kühlen Ort. Beginnen die Pflanzen im März auszutreiben, können sie wieder ins Freie gestellt werden. Sollte es zu kurzzeitigem Spätfrost kommen, tragen sie in der Regel keinen Schaden davon.

Ein Klettergerüst für Kiwis

Kiwipflanzen bilden Ranken. Damit diese ausreichend Licht bekommen und gut wachsen und gedeihen können, sollten Sie den Zeitpunkt nicht versäumen, ab dem ein Gerüst gebraucht wird. Es sollte zwei bis drei waagerechte Streben mit einem Abstand von etwa 50 cm haben, an denen sich die Ranken hochschlängeln können. Die unterste Strebe sollte sich rund 80 cm über dem Boden befinden. Egal ob Sie das Gerüst an Ihrer Hauswand, einer Laube oder im Freien aufstellen, zuerst sollte sich stets dem Haupttrieb gewidmet werden. Führen Sie diesen während des Wachstums senkrecht nach oben, bis er die oberste Strebe erreicht hat.

Von den Seitenarmen, die sich aus ihm gebildet haben, suchen Sie sich die zwei stärksten aus und führen sie waagerecht nach links und nach rechts. Mit dieser Anordnung legen Sie den Grundstein für ein dichtes Kiwinetz, an dem sich große aromatische Früchte ausbilden können.

Im dritten Standjahr ist es Zeit, für den ersten Schnitt. Triebe, die sich in diesem Jahr entwickelt haben, können im Spätsommer auf rund zwei Drittel heruntergeschnitten werden. Gleiches gilt für die Fruchttriebe. Achten Sie dabei allerdings darauf, dass mindestens sechs Blätter übrigbleiben. Im Frühjahr sollten Sie auf jegliches Einkürzen verzichten, denn dann bluten die Kiwipflanzen besonders stark.

Zeit für die langersehnte Ernte

Ab Ende September ist es endlich soweit und die Kiwis können geerntet werden. Schneiden Sie sie etwa 0,5 cm über dem Stilansatz ab. Hatten die Pflanzen einen kühleren Standort, kann es passieren, dass die Früchte bis dahin noch nicht vollständig ausreifen konnten. Ernten können Sie sie dann natürlich trotzdem. Lassen Sie sie vor dem Verzehr einfach noch ein paar Tage auf einer sonnigen Fensterbank im Haus nachreifen. Haben sie den gewünschten Reifegrad erreicht, sollten sie schnell aufgebraucht werden. Möchten Sie die Früchte etwas länger haltbar machen, dann lagern Sie sie an einem kühlen Ort bei maximal 12 °C.

So vermehren Sie Kiwipflanzen richtig

Möchten Sie Ihre Kiwipflanzen vermehren, dann tun Sie dies am besten mithilfe von Stecklingen. Suchen Sie sich dafür zu Beginn des Sommers verholzte Triebe mit mindestens 0,5 cm Durchmesser aus und schneiden Sie ein rund 15 cm langes Stück davon ab. Achten Sie darauf, dass mindestens 3 Augen daran zu finden sind. Alle Blätter abseits der Triebspitze sind zu entfernen und dann können die Setzlinge in Töpfe mit Anzuchterde gepflanzt werden.

Die Töpfe senken Sie nun in die Erde ein. Wählen Sie dafür einen Ort, der Schutz vor Wind und Sonneneinstrahlung bietet. Abgedeckt wird das Ganze mit einer Schicht Mulch. Haben die Stecklinge ausreichend große Wurzeln gebildet, dürfen sie den Topf verlassen und ohne dessen Schutz an den gewählten Ort gepflanzt werden.

Bildquelle Titelbild:

  • Alexpunker/shutterstock.com
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