Kirschlorbeer: Wissenswertes zur Pflanzung und Pflege

Kirschlorbeer

Prunus laurocerasus, die Lorbeerkirsche, wird umgangssprachlich auch als Kirschlorbeer bezeichnet. Der Name ist entstanden, da die Blätter an die Blätter der Lorbeere erinnern und die Früchte an Kirschen. Da die Pflanze nicht mit einer Lorbeer-Art verwandt ist, sondern zur gleichen Familie wie die Kirsche gehört, ist die wissenschaftlich korrekte Bezeichnung Lorbeerkirsche. Allerdings wird in den Beschreibungen von Baumschulen und Gartenmärkten häufig der Name Kirschlorbeer verwendet. Der Kirschlorbeer gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Der wissenschaftliche Name Prunus laurocerasus setzt sich wie folgt zusammen:

  • Prunus ist das lateinische Wort für Pflaumenbaum
  • Laurus ist das lateinische Wort für Lorbeer
  • Cerasus ist das lateinische Wort für Kirsche

Als Kulturpflanze kann der Kirschlorbeer, je nach Sorte, im mitteleuropäischen Raum eine Wuchshöhe von 2-6 Metern erreichen. Dagegen kann er im Ursprungsgebiet in Kleinasien als Wildart, eine Höhe von 14-18 Metern erreichen und einen Stammdurchmesser von bis zu 1 Meter.

Kirschlorbeer: Beschreibung und Sorten

Der Kirschlorbeer ist eine immergrüne, strauchförmige Pflanze, die bereits 1576 als Zierpflanze in Europa eingeführt wurde. Seitdem wurden verschiedene Sorten gezüchtet. Diese unterscheiden sich in Faktoren wie Winterhärte, Wuchsform, Blattgröße und Blattform. Die Wildart war aufgrund ihrer frostanfälligen immergrünen Blätter außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes (Kleinasien bis zum Balkan) nördlich der Alpen, nicht überlebensfähig. Die 5-15 cm langen Blätter der Kirschlorbeere sind länglich bis verkehrt-eiförmig. Farblich unterscheiden sich Blattober- und Blattunterseite deutlich.

Während die Blattoberseite dunkelgrün und glänzend ist, ist die Blattunterseite blassgrün. Zwischen April und Juni blüht der Kirschlorbeer weiß und weist dabei einen endständigen, traubenartigen Blütenstand auf. Die daraus entstehenden runden Früchte sind zu Beginn grün-rot und werden im Laufe ihres Reifeprozesses schwarz. In Deutschland werden überwiegend 20 Sorten genutzt. Wie bei allen Kulturpflanzen wird jedoch das Sortiment laufend erweitert und es kommen neue Züchtungen auf den Markt. Wichtige Sorten sind:

  • breit und aufrecht wachsende Sorten: ‚Otto Luyken‘, ‚Herbergii‘, ‚Etna‘
  • breit und flach wachsende Sorten: ‚Zabeliana‘, ‚Mount Vernon‘, ‚Mischeana‘
  • aufrecht wachsende Sorten: ‚Rotundifolia‘, ‚Caucasica‘, ‚Schipkaensi Macrophylla‘, ‚Novita‘

Wissenswertes zur Giftigkeit

Beim Kirschlorbeer gelten alle Pflanzenteile (Ausnahme Furchtfleisch) als giftig, auf Grund der darin enthaltenen blausäurehaltigen Glycosoide, wobei die Blätter und Samen als besonders giftig gelten. Werden frische Blätter zerrieben, entsteht ein deutlicher Bittermandelgeruch. Beim Menschen und ebenso bei einigen Säugetieren kann es zu einer Blausäurevergiftung durch Blätter kommen, wenn diese in größeren Mengen schnell und gut zerkaut werden. Die Früchte haben im reifen Zustand einen verlockenden Geruch. Die Vergiftungsgefahr besteht durch das in den Samen enthaltene blausäurehaltige Amygdalin. Das Fruchtfleisch selbst enthält nur wenig Giftstoffe.

Der Giftstoff aus den Samen tritt erst beim Zerkauen der Samen auf. Da diese zumeist jedoch unzerkaut geschluckt und dann ausgeschieden werden, ist eine Vergiftung beim Verzehr der Früchte eher seltener.

Zerkaut ein Kind die Samen, dann stellen 10 Früchte eine letale (tödliche) Dosis dar, bei einem Erwachsenen sind es 50-60 Früchte, beim Zerkauen der Samen. Mögliche Symptome nach dem Verzehr von mehreren Blättern oder Früchten sind Brechreiz, Bauchschmerzen und Übelkeit und teilweise eine Gesichtsröte. In seltenen Fällen und beim Verzehr größerer Mengen kann es zu Kopfschmerzen, Schwindel, verminderte Atmung und Bewusstlosigkeit kommen.

Wurde lediglich eine kleine Menge an Beeren verzehrt (maximal 3 Stück) ist die Zufuhr von Flüssigkeit zumeist ausreichend als Gegenmaßnahme. Teilweise wird die Gabe von Kohletabletten empfohlen. Im Ernstfall sollte immer ein Arzt kontaktiert werden. Der Kirschlorbeer wurde 2013 vom Botanischen Sondergarten in Hamburg-Wandsbek zur Giftpflanze des Jahres gekürt, um über die Pflanze aufzuklären.

Prunus laurocerasus
Christian Camus/shutterstock.com

Kirschlorbeer im heimischen Garten

Kirschlorbeer ist ein beliebter Strauch im Bereich der Sichtschutzgehölze. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass er immergrün ist, schnell wächst und einige Züchtungen eine gute Kälteresistenz aufweist. Mit diesen Eigenschaften hat er in Deutschland bei den Verkaufszahlen den Lebensbaum (Thuja) überholt. In Gärten wird der Kirschlorbeer als Einfassungs- oder Heckenpflanze verwendet. Jedoch kann der Kirschlorbeer nicht nur als Sichtschutzgehölz in Form einer Hecke verwendet werden, er eignet sich eben so gut als Formgehölz.

Einzelpflanzen können durch den richtigen Schnitt z. B. in die Form eines Quaders oder einer Kugel gebracht werden. Da es nicht nur aufrecht wachsende Sorten gibt, sondern auch bodenbedeckende und schwach wachsende Sorten, kann der Kirschlorbeer auch als Unterpflanzung genutzt werden.

Bodenansprüche

Der Kirschlorbeer ist eher anspruchslos in Bezug auf die Bodenverhältnisse. Bevorzugt wächst er auf nährstoff- und humusreichem Lehmboden. Allerdings kann er auch auf sandigem und mäßig trockenem Boden wachsen. Ebenso ist der pH-Wert des Bodens nicht von großer Bedeutung, dieser kann von mäßig sauer bis alkalisch sein. Eine Sache beim Boden gibt es, die der Kirschlorbeer nicht gut verträgt und das ist stauende Nässe und verdichteter Boden. Ungünstige Bodenverhältnisse zeigt der Kirschlorbeer durch übermäßiges Abfallen der Blätter an.

Standortansprüche

Der Kirschlorbeer kann an sonnigen bis halbschattigen Orten gepflanzt werden. Wird er in einer sehr kalten Region gepflanzt, in der er dazu noch kaltem Ostwind ausgesetzt ist, sollte darauf geachtet werden, dass er windgeschützt, so wie halbschattig bis schattig gepflanzt wird. Da es sich beim Kirschlorbeer um einen konkurrenzstarken Tiefwurzler handelt, stellt die Pflanzung unter Bäumen kein Problem dar.

Kirschlorbeer-Krankheiten

Der Kirschlorbeer ist eine robuste und pflegeleichte Pflanze. Trotz allem ist auch er für Pilzerkrankungen anfällig. Echter Mehltau, falscher Mehltau und Schrotschusskrankheit stellen die drei häufigsten Pilzerkranken dar. Ist der Befall stark, sollte über die Anwendung eines Fungizides nachgedacht werden. Ebenso zeigt der Kirschlorbeer in den Wintermonaten teilweise Schäden an den Blättern auf bzw. verliert sie. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um Forstschäden, sondern überwiegend um Folgen eines Wassermangels. Folgen auf eine strenge Kälte schnell ansteigende Temperaturen, hat dies eine hohe Verdunstungsrate über die Blattoberfläche zur Folge.

Da auf Grund der vorausgegangen strengen Kälte der Boden noch gefroren ist, kann der Kirschlorbeer diesen Wassermangel nicht schnell genug ausgleichen. Eine Verfärbung oder sogar das Abfallen der Blätter ist die Folge. Eine Gegensteuerung kann durch das Bewässern der Pflanze und den Rückschnitt der befallenen Blätter stattfinden.

Pflanzung

Der Kirschlorbeer wird im deutschen Handel überwiegend als Ballen- oder Containerpflanze angeboten. Daher ist theoretisch eine Pflanzung ganzjährig möglich. Allerdings ist es empfehlenswert ihn im Frühjahr oder Herbst zu pflanzen. Für die Pflanzung ist es wichtig, dass der Boden tiefgründig locker ist. Ein großes Pflanzloch, doppelt so groß wie der Wurzelballen, ist sinnvoll, damit der Wurzelballen genügend Platz hat. Nach dem Aushub wird der Kirschlorbeer behutsam in das Pflanzloch gesetzt und das Loch mit einer Mischung aus etwas organischem Material und dem zuvor produzierten Aushub gefüllt.

Es ist wichtig, das eingefüllte Material am Ende gut festzudrücken/festzutreten, damit keine Hohlräume entstehen. Anschließend wird die Pflanze gut angegossen. Wird abschließend eine Schicht Rindenmulch aufgelegt, sorgt diese dafür, dass die Feuchtigkeit besser im Boden gehalten wird. Des Weiteren wird hierdurch der Kirschlorbeer am Anfang mit Nährstoffen versorgt.

Pflege

Eine spezielle Form der Pflege ist beim Kirschlorbeer nicht nötig. Um die optimale Nährstoffversorgung der Pflanze zu gewährleisten, ist einmal pro Jahr Ende März die Gabe von Kompost und Hornmehl als Dünger sinnvoll. Ebenso kann Ende August Kaliumdünger gegeben werden. Kalium sorgt dafür, dass die Blätter frostresistenter werden. Der Kirschlorbeer muss, außer in extrem heißen und trockenen Sommern, nicht zusätzlich bewässert werden.Um den Kirschlorbeer in Form zu halten, wird er einmal im Jahr Ende Juni beschnitten.

Der Schnitt sollte, wenn möglich mit einer Handheckenschere vorgenommen werden, da eine elektrische Heckenschere die Gefahr birgt, dass die großen Blätter der Kirschlorbeere nicht sauber durchtrennt werden. Im Frühjahr können mit einer stabilen Astschere auch extremere Rückschnitte durchgeführt werden. Aus armdicken Ästen kann der Kirschlorbeer ohne Probleme wieder austreiben.

Bildquelle Titelbild:

  • Frank Fischbach/shutterstock.com
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