Hainbuchenhecke – Sehenswert und wertvoll für die Natur

hainbuchenhecke

Die Birkengewächs-Familie umfasst neben vielen anderen, die Hainbuche, botanisch Carpinus betulus. Entgegen der Rotbuche, die einen Zweig der Buchenfamilie darstellt, findet sie ihren Platz in der Unterfamilie der Haselnussgewächse. Als Hainbuchenhecke rahmt sie noch heute viele Gärten ein, obwohl sie ebenso alleine stehen kann. Sie kann eine Höhe von circa 25 Metern und einen Durchmesser von circa einem Meter erreichen. Mit ihrer ausladenden Krone und ihrem dicken Stamm bietet sie als Solitär einen wunderschönen Anblick.

Im Jahre 1996 kürte die „Baum des JahresStiftung“ die Hainbuche zum „Baum des Jahres“. Mit dieser Auszeichnung hob die Stiftung die Schutzwürdigkeit der Hainbuche hervor und damit erneut in den menschlichen Fokus.

Die Geschichte der Hainbuche

Vor dem 18. Jahrhundert konnte sie wachsen und gedeihen wie es ihr beliebte. Ab dem 18. Jahrhundert änderte sich dies. Barockgärten kamen in Mode und jedes Ästchen musste sich ihren absonderlichen Formen unterwerfen. Sauber und ordentlich mussten die Gärten sein und die Hecken schnurgerade. Gärtner zwängten sie in rechteckige und/oder quadratische Formen. Was nicht passte schnitten sie ab. Kein Blatt, kein Ästchen, keine Frucht durfte über die vorgegebenen Formen hinausragen. Sie schnitten sie zu Abbildern von Tieren oder Menschen und bog sie zu Laubengängen zurecht. All diesen Absonderlichkeiten und den verschiedenen Schnitt-Techniken hielt sie stand.

Nach dem 18. Jahrhundert änderten sich die Gärten erneut. Die Menschen setzten sie als Windschutz zwischen die Felder und als Sichtschutz ein. Heute erlebt sie einen erneuten Aufschwung und dient als Lärmschutz in der Nähe von lauten, viel befahrenen Straßen. Sie schirmt Terrassen und Gärten ab und dient den Vögeln weiterhin und erneut als Brutplatz.

Woran lässt sich eine Hainbuche erkennen?

Ein anderer Name der Hainbuche lautet Weißbuche. Dieser Name kommt von ihrer hellen, weißen und/oder gräulich-weißen Rinde. Bei alten Bäumen kann die glatte, dünne Rinde in ihrer Längsrichtung aufbrechen. Ihre Jahresringe lassen sich schwer erkennen, da das Kernholz und das Splintholz wenig Farbunterschiede aufweisen. Die Hainbuche gehört zu den härtesten Hölzern der Welt und übertrifft in seiner Härte Buchen und Eichen, wodurch sie zu den sogenannten Eisenhölzern zählt.

Ihre Blätter weisen eine Doppelsägung auf und haben die Form wie ein Ei und eine scharfe Spitze. Die Winterknospen wirken wie Spindeln und besitzen eine Länge zwischen fünf und acht Millimeter. Ihre Blütenknospen sind in vielen Fällen größer und nicht ganz so spitz. Hainbuchen besitzen weibliche und männliche Blüten auf ein und demselben Individuum. Die Bestäubung übernimmt der Wind und ihre Früchte gehören zu den Nüssen.

Standort und Vorlieben

Im Wald fristet sie eher ein Schattendasein, da sie mit der Höhe der anderen Bäume nicht gut konkurrieren kann. Sie kommt mit einem halbschattigen Plätzchen gut zurecht, obwohl sie ebenso die Sonne mag. An den Boden stellt sie keine großen Ansprüche. Ihre Wurzeln graben sich tiefer in den Boden, wenn sie in einer Tiefe von circa 35 Zentimetern nicht ausreichend Wasser finden. Liegt ihr Standort im halbschattigen Bereich, geht sie gern Symbiosen mit verschiedenen Pilzarten ein.

Standorte, die Wind und/oder Sturm einen direkten Zugriff auf die Hainbuche gewähren, führen in vielen Fällen zum Umfallen der Bäume. Zurückzuführen ist dieser Umstand auf ihre geringe Wurzeltiefe. Was sie nicht mag, ist Staunässe. Kurzzeitige Überschwemmung und/oder wenig Wasser schaden ihr nicht und ein kalter Winter kann ihr ebenfalls nichts anhaben.

Eine Hainbuchenhecke anpflanzen und pflegen

Zum Anpflanzen einer Hainbuchenhecke empfiehlt es sich, die einzelnen Pflanzen mit dem Wurzelballen einzupflanzen. Der beste Zeitpunkt für das Pflanzen liegt vor dem Monat und bis in dem Monat März. Auf einen Meter lassen sich bis zu fünf Pflanzen einsetzen. Sie benötigen diese Abstände, um sich stark und gesund zu entwickeln, da sie eine Lebensgemeinschaft mit Mykorrhiza-Pilzen eingehen. Als genügsame Heckenpflanze benötigt die Hainbuche nach dem Anwachsen wenig Pflege. Ihren Wasserhaushalt reguliert sie in warmen, trockenen Sommern zum größten Teil selber.

Zum Beschleunigen des Wachstums kann die Hecke im Frühjahr mit Hornspänen und reifem Kompost versorgen. Zum Eindämmen ihrer Höhe und damit sie ihre Form behält, benötigt die Hainbuchenhecke zweimal jährlich einen Rückschnitt. Der erste Schnitt erfolgt circa zum Johannistag, dem 24. Juni und der zweite kann zum 15. August oder circa am 15. Februar stattfinden. Bleibt die Hainbuchenhecke mehrere Jahre unberührt, verwildert sie. Um ihr, ihr Aussehen zurückzugeben, schadet ihr ein radikaler Schnitt bis ins alte Holz nicht. Sie treibt erneut aus und erhält ihre Dichtigkeit und Schönheit zurück.

Ihre abgefallenen Blätter und der Rückschnitt eignen sich hervorragend zum Kompostieren, da sich beides schnell zersetzt und Regenwürmer diese Reste lieben.

Die Jahreszeiten und die Hainbuche

Im Frühjahr treibt sie hellgrün aus. Den Frühsommer beglückt sie mit einem saftigen dunkelgrün und den Herbst beginnt sie mit einem goldgelben Kleid. Das Herbstende, bis in den Winter hinein begegnet sie mit einem zurückhaltenden, freundlichen braun. Bei einem milden Winter behält sie viele Blätter und wirft sie erst im frühen Frühjahr mit dem ersten Austreiben ab.

Feinde der Hainbuchenhecke

Als ungiftiger Baum oder Heckenpflanze lieben Schädlinge wie Wild und Mäuse sie. Beide verbeißen ihre Zweige, benagen ihre Blätter und die Mäuse bevorzugen ihre Wurzeln als Mahlzeit. Ihre Knospen zählen zur begehrten Speise des Haselhuhns. Die frühere Mischwaldwirtschaft verhalf ihr zu einer weiten Verbreitung. Mit der heutigen Waldkultur kommt sie nicht gut zurecht und sie verschwindet zusehends aus unseren Wäldern.

Bildquelle:

  • © fotolia.com – Schwoab
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