Essigbaum pflanzen: Standort, Pflege und Nährstoffe

essigbaum pflanzen

Ein Essigbaum im Garten lässt besonders im Herbst die Umgebung förmlich in flammenden Farben erstrahlen. Weil der einstige Einwanderer aus Nordamerika auch mit Kälte gut umgehen kann, hat er sich in unseren Breitengraden als Ziergehölz etabliert. Bemerkenswert ist die einfache Pflanzung. Was es hierbei und bei der Pflege zu beachten gilt, erklärt dieser Ratgeber detailliert.

Essigbaum pflanzen: Herkunft und Eigenschaften

Im Osten von Nordamerika ist der Essigbaum (auch: Hirschkolbensumach) in allen Höhenlagen unterhalb von 1.000 Metern zu finden. Dort siedelt er auf mageren und trockenen Brachflächen, häufig an Waldrändern. Anfang des 17. Jahrhunderts begeisterten sich europäische Besucher für das Gehölz mit dem ausladenden Blattwerk und Gezweig. So brachten sie Exemplare mit dem Schiff in ihre Heimat mit. Wegen seiner anspruchslosen Eigenschaften gedeiht er seither auch hier vorzüglich. Kälte und magerer Boden machen ihm nichts aus. Einzig auf Sonne mag er nicht verzichten. Auch dauerhaft zu nasse Erde schadet ihm.

Den richtigen Standort finden

  • Ein sonniger Standort mit magerem Boden ist optimal für den Essigbaum geeignet. Dabei verbreitet er seine Wurzeln in Sandboden ebenso üppig wie in nährstoffarmen Lehmböden oder Humus.
  • Bei der Wahl des Standortes muss über Jahre vorausschauend gedacht werden. Denn sowohl die Wurzeln als auch die Baumkrone wachsen stark ausladend. Um nicht vom Schattenspender zum Lichtverdränger zu werden, steht er also besser weit vom Haus entfernt, am besten an einem ringsum nicht von Beeten und Nebengebäuden unterbrochenen Gartenstück.
  • Mit Frost kann der Essigbaum sehr gut umgehen. Hier gibt es bei der Standortauswahl also nichts zu beachten. Wird es – beispielsweise an einem städtischen Standort – heiß und trocken, trotzt er auch diesen Bedingungen problemlos.

Essigbaum richtig einpflanzen

Am besten gedeiht der Essigbaum, wenn er entweder am Ende der Frostsaison im Frühjahr oder am Ende der Erntezeit im Herbst eingepflanzt wird.Gekauft werden junge Essigbäume in der Regel beim Gärtner oder im Fachhandel sowie stets mit Wurzelballen. Für gutes Gedeihen braucht der Essigbaum nur ein ausreichend tiefes Loch am geplanten Standort. In dieses Loch wird der Wurzelballen gesetzt und die wieder aufgeschüttete Resterde etwas festgetreten. Eine Grunddüngung oder spezielle Auflockerung des Bodens ist nicht nötig.

  • Tipp Eins: Nicht nur die Blätter des Essigbaumes sind im Herbst eine wahre Augenweide. Im Winter leuchten an den kahlen Zweigen kolbenartige Fruchtstände voller essbarer Früchte. Allerdings entwickeln sich diese Früchte besser in Gesellschaft eines Zweitbaumes. Deshalb empfiehlt es sich, zwei Essigbäume nahe beieinander einzupflanzen.
  • Tipp Zwei: Im gleichen Maße wie die Krone breiten sich auch die Wurzeln des Essigbaums aus. Dagegen hilft eine Wurzelsperre. Sie wird bei der Pflanzung wenigstens 1,5 bis zwei Meter im Durchmesser um den Wurzelballen herum senkrecht eingegraben. Dadurch können die Wurzelausläufer bei zunehmendem Wachstum nicht andere Pflanzen oder Gebäude beschädigen. Dennoch reicht dieser Platz für vernünftiges Gedeihen aus.
essigbaum pflege
COULANGES/shutterstock.com

Optimale Pflege für einen Essigbaum

Grundsätzlich kann ein Essigbaum bei normalem Klima sich selbst überlassen werden. Es gibt aber Ausnahmen, die beachtet werden sollten:

Wasser und Nährstoffe

  • In seiner Heimat, dem Osten von Nordamerika, ist das Klima sonnig, aber gemäßigt. Das gilt auch in Deutschland für fast alle Standorte. Jedoch kommen Hitzewellen und anhaltende Trockenheit immer wieder vor. In solchen Ausnahmezeiten schützt eine kräftige Wassergabe den Essigbaum vor dem zeitigen Verwelken.
  • Stecken die Wurzeln des Essigbaums in einem Pflanzkübel, dann muss die Erde immer feucht gehalten werden. Jedoch ist der Baum empfindlich gegen Staunässe. Es ist also empfehlenswert, entsprechende Löcher am Boden des Kübels zum Ablaufen von überflüssigem Wasser zu haben.
  • Essigbäume sind genügsam. Dennoch holen sie sich im Laufe des Wachstums Nährstoffe aus dem Boden und laugen ihn so aus. Dies kann zu einer Stagnation im Wachstum führen. Eine kräftige Kompostgabe auf der Baumscheibe im Frühjahr liefert wieder genügend Nährstoffe für neues, kräftigeres Wachstum.

Schnitt und Bodenbearbeitung

  • Der Boden über und um die Wurzeln des Essigbaumes sollte nicht bearbeitet werden. Jede Verletzung mit Spaten oder anderen Gartengeräten führt zu Verletzungen vor allem der flach verlaufenden Wurzeln. Darauf reagieren sie, indem noch mehr Ausläufer wachsen.
  • Essigbäume im Kübel können so oft wie gewünscht geschnitten werden. Sie wachsen rasch wieder üppig nach.
  • Optimal wächst einem Essigbaum eine ovale und weit ausladende Krone. Wird sie zu groß, sollte ein Rückschnitt vorgenommen werden. Auch kahle Äste müssen durch einen vorsichtigen Formschnitt entfernt werden. Dieser Rückschnitt darf nicht zu weit in das alte Holz hinein erfolgen. Denn was an Trieben nachwächst, wäre meist instabil und somit für Windbruch anfällig.

Hinweis zum Umgang mit den Baumbestandteilen

Alle Pflanzenteile des Essigbaumes sind schwach giftig. Vor allem der Milchsaft aus dem Gezweig löst bei sensiblen Menschen Entzündungen auf der Haut aus. Bei Kontakt mit den Augen ist das Entstehen einer Bindehautentzündung möglich. Deshalb sollte der Gärtner beim Pflanzen und beim Schnitt geschlossene Arbeitskleidung, Arbeitshandschuhe und eventuell eine Arbeitsschutzbrille tragen. Keinesfalls dürfen Pflanzenteile verzehrt werden. Sie können zu unangenehmen Beschwerden im Verdauungstrakt führen.

Fazit

In immer mehr Gärten auch in Deutschland etabliert sich der hübsche Essigbaum. Er wird gern wegen seiner Blütenkerzen, dem im Herbst flammenden Blattwerk und den winterlich roten Fruchtständen angepflanzt. Die Pflanzung ist ebenso einfach wie die Pflege.

Bildquelle Titelbild:

  • Wingedbull/shutterstock.com
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