Bauernorchidee: Richtig pflegen, pflanzen und vermehren

Bauernorchidee

Die Bauernorchidee hat den Ruf, eine Pflanze mit einem hohen Pflegeanspruch und besonderen Bedürfnissen zu sein. Sie gilt deshalb als schwer zu ziehen. Dabei handelt es sich jedoch um einen Trugschluss. Die Bedürfnisse der Pflanze sind keineswegs besonders außergewöhnlich. Es müssen lediglich einige Regeln beachtet werden. Wer die Kenntnisse darüber besitzt, hat in der Bauernorchidee eine tatsächlich sehr leicht zu ziehende und besonders schöne Pflanze gefunden. Die darüber hinaus kaum Pflege benötigt.

Was ist eine Bauernorchidee?

Bauernorchideen (manchmal auch Drüsiges Springkraut genannt) sind Spaltblumen, die den botanischen Namen Schizanthus tragen. Damit gehören sie zur Familie der Nachtschattengewächse. Die Bauernorchidee stammt ursprünglich aus Chile. Dort wächst sie in kargen Hochgebirgen und vereinzelt an Wegrändern. Trotz dieser klimatischen Bedingungen entwickelt die Bauernorchidee ein farbenprächtiges Blütengewand. Das hat sie in Deutschland zu einer beliebten Zierpflanze auf Balkonen, auf Terrassen, und in Gärten werden lassen. Dafür eignen sich allerdings nur zwei Arten der Bauerorchidee, die abgestumpfte und die gefiederte Variante.

Beide Arten werden für den Zweck als Zierpflanze häufig miteinander gekreuzt. Die daraus entstandene Hybridpflanze ist diejenige Sorte, die am häufigsten in deutschen Gärten zu sehen ist.

Die Schizanthus ist gar keine Orchidee

Als Nachtschattengewächs ist die Bauernorchidee keineswegs mit Orchideen verwandt. Die farbenfrohen Blüten ähneln allerdings den Orchideen. Es ist nicht ganz genau bekannt, warum Schizanthus auch Bauernorchidee genannt wird. Da sie zusätzlich den Spitznamen „Orchidee des kleinen Mannes“ erhalten hat, wird davon ausgegangen, dass damit ihre pflegeleichte Handhabung hervorgehoben wird. Dadurch gelingt es vielen Laien- und Hobbygärtnern, dem eigenen Garten mit einfachen Mitteln zu einem besonders schönen Antlitz zu verhelfen. Denn die Bauchernorchidee wächst aufgrund ihrer Herkunft bei Kälte und Hitze gleichermaßen. Ihre Blütezeit kann von März bis in den späten September reichen.

Die fünfzähligen Blüten sind zygomorph, also spiegelsymmetrisch. Sie bestehen aus zwei symmetrischen Teilen und erstrahlen häufig in pinken, violetten und roten Tönen. Manchmal sind diese Farben mit weiß gemischt. Das innere Blütenauge ist darüber hinaus in einem gelb-rot-schwarzen Ton gefleckt. Die Blütenfarben sind äußerst kräftig und lassen so jeden Garten in farbiger Vielfalt erstrahlen. Deshalb, und weil die Pflanze mit maximal 90 Zentimenter relativ klein bleibt, erfreut sich Schizanthus in Deutschland immer größerer Beliebtheit und gilt damit als moderne Trendpflanze.

Pflanzen und Ziehen

Das Anpflanzen und Ziehen der Bauernorchidee erfordert also keine Ausbildung zum Gärtner. Dennoch gibt es einige Regeln zu beachten, damit der hell leuchtende Garten gelingt.

So werden Bauernorchideen angepflanzt

Die in Deutschland häufiger verwendete Hybridsorte der Bauernorchidee verträgt extreme Temperaturen nicht so gut wie die Ursprungspflanze aus Chile. Sie sollte also nicht zu früh angepflanzt werden, um sie vor Frost zu schützen. Die Bauernorchidee kann dann aber sowohl im Freien, als auch in einem Kübel oder Kasten angepflanzt und gezogen werden. Im Freien sollte der Boden gut aufgelockert sein, und mit reifem Kompost angereichert werden. Im Kübel oder im Kasten reicht normale Blumenerde als Pflanzenboden aus. Grundsätzlich wächst Schizanthus am besten an geschützten, halbschattigen bis sonnigen Orten.

Die optimale Bewässerung

Im Freien gedeihen Bauernorchideen normalerweise ohne zusätzliche Bewässerung. Nur bei vollständiger Austrocknung des Bodens können sie nicht wachsen. Daher reicht es, den Boden im Garten nur leicht zu bewässern. Nur bei langanhaltender Trockenheit muss etwas mehr auf die Bewässerung geachtet werden. In der Nähe von Grundwasser und Gewässern gelingt das Heranziehen von Bauernorchideen wiederum nicht so gut, wenn es dadurch zu häufiger Staunässe kommt. Bauernorchideen, die im Kübel oder im Kasten gezogen werden, benötigen etwas mehr Wasser aber auch nicht zu viel.

Bei zu viel Staunässe ergeht es ihnen im Kübel ähnlich wie draußen, und es droht schnell ein Pilzbefall. Um überschüssiges Wasser von Anfang an zu vermeiden, ist es ratsam, eine Drainage am Kübelboden anzulegen. Die Blüten selbst sollten nicht bewässert werden. Werden die Bauernorchideen im Freien gehalten, können die Blüten bei kräftigem Niederschlag daher kurzzeitig etwas an Kraft verlieren. Dies gibt sich allerdings wieder nach einigen Tagen.

Schizanthus
Doikanoy/shutterstock.com

Die richtige Pflege

Um Schizanthus im Kübel oder im Kasten zur vollen Pracht zu bringen, sollte ab der achten Lebenswoche alle zwei Wochen ein Flüssigdünger eingesetzt werden. Falls eine zu starke chemische Auswirkung durch Dünger auf die Pflanzenwurzeln verhindert werden soll, kann das Wasser zur Bewässerung auch mit dem Flüssigdünger vermischt werden. Nach der ersten frühen Blütezeit können die Triebe um ein Drittel gekürzt werden. Dann blüht die Bauernorchidee noch einmal richtig auf und ist so im Hochsommer besonders schön anzusehen. Während der ersten Blütezeit Verblühtes, und eventuell kranke Triebe, sollten beim Zurechtschneiden ebenfalls entfernt werden.

Die Bauernorchidee leidet höchstens unter Schimmelbefall

Schizanthus ist eine giftige Pflanze. Deshalb ist bei ihr kein Schädlingsbefall zu befürchten. Es kann höchsten zum erwähnten Pilzbefall kommen. Dieser entsteht einerseits durch zu viel Bewässerung. Andererseits wird er auch dadurch begünstigt, wenn Bauernorchideen zu eng aneinander gepflanzt werden. Dann kann es zu unzureichender Lichtzufuhr kommen. Ein Abstand von mindestens 20 Zentimetern ist ausreichend, um das zu verhindern. Wird ein Pilzbefall rechtzeitig erkannt, kann er aber problemlos durch die Entfernung der kranken Triebe an der Ausbreitung gehindert werden.

Können Bauernorchideen sogar überwintern?

Aufgrund ihrer natürlichen Widerstandsfähigkeit können Bauernorchideen zwar problemlos einen Winter überstehen. Die Spaltblumen sind allerdings einjährige Pflanzen. Wenn sie im Frühjahr gezogen werden, und über den Sommer hinweg blühen, werden sie im darauffolgenden Jahr also keinesfalls noch einmal blühen. Die Bauernorchidee kann allerdings vermehrt werden. Aus ihren Samen lassen sich bei Zimmertemperaturen, und unter ausreichender Lichtzufuhr, problemlos neue Pflanzen im nächsten Jahr ziehen. Sie müssen zum Keimen feucht und warm gehalten werden.

Dann können sie bei entsprechender Haltung zu Beginn des Frühlings nach einigen Wochen schon aufkeimen. Mit der Düngung wird wie üblich nach acht Wochen begonnen.

Kultivierung auf zwei Jahre eventuell möglich

Es gibt einige Stimmen, die sagen, dass Bauernorchideen mit der richtigen Versorgung auf zwei Jahre kultiviert werden können. Dazu wird vorgeschlagen, die Pflanzen bereits im frühen Herbst nach drinnen zu verlagern und bei gemäßigten Temperaturen in hellen Räumen zu halten. Es ist jedoch höchst zweifelhaft, ob eine zweijährige Blütezeit dadurch tatsächlich gelingt.

Weitere Eigenschaften

Bauernorchideen enthalten eine für Nachtschattengewächse ungewöhnlich hohe Menge verschiedener Alkaloide. Dabei handelt es sich um Stoffe, die im Fall von Schizanthus negativ auf tierische und menschliche Organismen wirken. Kinder und Haustiere sollten sich deshalb nur unter Beaufsicthigung an den Orten aufhalten, wo Bauernorchideen wachsen bwz. gezogen oder gehalten werden. Erfreulicher ist da, dass Baucherorchideen fast ausschließlich von Bienen bestäubt werden. Wer Schizanthus im eigenen Garten anpflanzt, trägt damit nicht nur zu einer farbenfrohen Landschaft, sondern auch zum Bienenschutz bei. Allerdings gehört die Bauernorchidee zu den sogenannten Neophyten.

Damit sind Pflanzen gemeint, die durch Import nach Deutschland gekommen sind und die heimischen Plfanzenarten teilweise verdrängen. Schizanthus besitzt solche Eigenschaften bis zu einem gewissen Grad durchaus, denn bei der Berührung mit Wasser können die Samen der Blüten bis zu 6 Meter weit geschleudert werden. Daher rührt auch die umgangssprachliche Bezeichnung Drüsiges Springkraut.

Die Bauernorchidee hat sich zurecht etabliert

Das Ziehen der Bauernorchidee lohnt sich dennoch für alle, die mit wenig Aufwand eine verzaubernde Blütenwelt im eigenen Garten entstehen lassen wollen. Übrigens müssen Bauernorchideen keineswegs alleine stehen. In Kombination mit zum Beispiel Petunien, Geranien, und auch Nelken entsteht im Garten oder auf dem Balkon eine besonders schöne Atmosphäre.

Bildquelle:

  • John X Han/shutterstock.com
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