Balkonpflanzen: Blaue Mauritius – Tipps zur Pflege und Vermehrung

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Mit der gleichnamigen wertvollen Briefmarke hat sie wenig zu tun außer, dass sie von der gleichen Insel stammen. Sie ist zwar nicht so selten wie die Briefmarke, dafür ist die Hängepflanze ein Geheimtipp für Blütenfülle. Die Blaue Mauritius kommt aus den Mittelmeerländern und wächst auch in Nordafrika.

Es gibt hängende und halb aufrechtstehende Arten. Die Blüten zeigen sich von Mai bis Oktober. Botanisch nennt man sie Convolvulus sabatius, man bezeichnet sie auch als Kriechende Winde.  Ihre schönen lilablauen Blüten wachsen sehr üppig und entfalten bei richtiger Pflege eine ungemeine Blühpracht. Der idealste Standort ist wohl der Balkon oder die Terrasse, für den Garten eignet sie sich weniger, denn sie ist nicht winterhart.

In jedem Fall braucht sie einen sonnigen Standort, denn viel Sonne in warmen Sommern ist sie von ihren Herkunftsländern gewöhnt. Sie darf ruhig an einem Platz stehen, wo sie den ganzen Tag Sonne abbekommt. Sie dankt es mit einer üppigen Blütenfülle und auch einem schnellen Wachstum. Sie gehört überhaupt zu den eher anspruchslosen Pflanzen und ist für Hobbygärtner-Anfänger bestens geeignet.

Balkonpflanze „Blaue Mauritius“: Die richtige Pflege

Die blaue Mauritius muss regelmäßig gegossen werden – klar: wer so üppig wächst, braucht selbstverständlich auch viel Wasser! An Sommertagen muss sie ganz ergiebig gewässert werden, die Erde darf nie ganz austrocknen, aber Staunässe ist zu vermeiden, weil sonst die Wurzeln faulen können. Und sie braucht die richtige Erde. Weiterhin sollte man sie regelmäßig düngen. Am besten gibt man Flüssigdünger in das Gießwasser. Selbstverständlich kann auch ein Langzeitdünger unter die Erde gemischt werden, dann darf man aber das nachdüngen nicht vergessen.

Die verwelkten Blütenstände sollten andauernd abgeschnitten werden, dies kann man am besten mit einer Schere. Die Pflanze dankt es mit immer neuen Blüten. Die Blaue Mauritius erreicht eine Wuchshöhe von circa 50 cm. Die Blaue Mauritius liebt eine kalkhaltige Erde, für das Substrat können auch Blumenerde und Tongranulat gemischt werden. Sie braucht in jedem Fall einen nährstoffreichen Boden, der Kalk oder Ton sorgt dafür, dass sie das Wasser besser speichern kann.

Unter den Balkonpflanzen gehört sie zu den pflegeleichten, sie sollte aber besser allein in einem Topf gepflanzt werden. Andere stark wachsende Pflanzen könnten ihr sonst Nährstoffe entziehen.

So setzt man die Blaue Mauritius ins rechte Licht

Bei richtiger Pflege wird sie zum absoluten Blickfang. Die ausgesprochene Wuchsfreude und die sehr langen Triebe machen sie zu einer idealen Pflanze für die Hängeampel. Die Blaue Mauritius lässt sich besonders gut mit weißen oder gelben Pflanzen arrangieren. Auch rote bilden einen schönen Kontrast. Mit ihrer Wuchsform passt sie zu den meisten anderen Balkonpflanzen. Aber sie macht sich auch in Kübeln gut oder in Blumenkästen.

Ihre Farbenpracht setzt eindrucksvolle Akzente. Kletternd kann sie einen idealen Sichtschutz bieten. Weiterhin eignet sie sich vorzüglich als Unterpflanze bei großblütigen Pflanzen. Pflanzen, die gut mit der Blauen Mauritius harmonieren sind beispielsweise Begonien, Geranien, Lobelien oder Petunien.

Vermehrung: So wird es gemacht

Bei richtiger Pflege lässt sich die dankbare Blühpflanze auch einfach vermehren. Dafür macht man Stecklinge, die man den Winter über im häuslichen Bereich heranzieht. Im Frühjahr werden sie dann nach draußen gepflanzt. Um Stecklinge zu gewinnen, schneidet man die Pflanze zurück, man braucht ausgereifte Triebe, die nicht verholzt sein dürfen. Sie sollten mindestens drei Blattpaare besitzen. Blüten, Knospen und restlichen Blätter werden entfernt. Danach kommen drei Stecklinge in ein Töpfchen, das mit Anzuchterde gefüllt ist.

Nun werden die Stecklinge und die Erde besprüht. Idealerweise kommen sie in ein Minigewächshaus. Man kann auch eine durchsichtige Plastiktüte über die Stecklinge stülpen und fixieren. Sie müssen aber regelmäßig besprüht werden und sollten an einem hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung stehen. Nach etwa vier Wochen sollten sich Wurzeln ausgebildet haben. Nun kann jeder Steckling in einen eigenen Topf. Im Frühjahr kann man sie dann wie erwachsene Pflanzen behandeln. Man kann die Pflanze aber auch mit Samen vermehren.

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Dafür öffnet man die reifen Kapseln und trocknet sie. Nun werden sie bis zum nächsten Frühling aufbewahrt. Im Frühjahr lässt man die Samen bei Zimmertemperatur in Wasser quellen. Dann nimmt man ein mit Anzuchterde gefülltes Töpfchen und sät die Samen aus. Die Samen werden mit wenig Erde bedeckt ohne, dass man sie anklopft und dann mit Wasser besprüht. Die Samen benötigen ein warmes und feuchtes Klima und deshalb stülpt man eine durchsichtige Plastiktüte darüber.

Die Erde muss feucht gehalten werden. Die Samen keimen nach etwa drei Wochen, wenn die Höhe der Keimlinge drei Zentimeter erreicht haben werden die kräftigsten pikiert. Nun können die kräftigsten in eigene und große Töpfe gepflanzt werden. Wenn das Wetter es erlaubt, können die Pflanzen nach draußen.

Blaue Mauritius richtig überwintern

Zum Überwintern braucht die Blaue Mauritius ein Winterquartier und das hat idealerweise eine Temperatur von 10°C. Zum überwintern schneidet man sie zurück und lässt so etwa ein Drittel stehen. Gegossen wird sie jetzt nur mäßig und überhaupt nicht mehr gedüngt in der Winterruhe. Wenn sie im Frühjahr dann wieder anfängt auszutreiben, darf sie wieder nach draußen, wenn es die Temperaturen erlauben.

Tipps gegen Schädlinge

Leider ist die Pflanze aber anfällig für Krankheiten und Schädlinge, besonders Blütenthripsen, diese aus Amerika stammenden Schädlingen sorgen bei den Hobbygärtnern für sehr viel Ärger. Besonders der Kalifornische Blütenthrips ist Insektiziden gegenüber resistent. Man muss den Schädlingen aber nicht mit Chemiekeulen zu Leibe rücken, sondern man kann auch natürliche Feinde einsetzen, wie zum Beispiel Raubmilben.

Dafür erkundigt man sich am besten im Fachhandel und auch wie man sie auf die Pflanze aufbringt. Weitere Schädlinge welche die Blaue Mauritius gerne befallen sind Spinnmilben, Weiße Fliegen oder Blattläuse.

Die blaue Mauritius: Das Fazit

Die Blaue Mauritius ist eine äußerst dankbare Pflanze, die blühfreudig in traumhaftem Blauton strahlt. Sie verwandelt jeden Balkon in ein Blütenmeer, vor allen Dingen, wenn mehrere Pflanzen gepflanzt werden. Sie harmoniert mit vielen anderen Pflanzen, dabei ist sie eher anspruchslos. Die Blaue Mauritius ist auch für Anfänger bestens geeignet. Bei richtiger Pflege erfreut sie von Mai bis Oktober. Man erhält sie in Gartencentern, Baumärkten und manchmal auch in Supermärkten.

Weiterhin kann man sie online beziehen und im Versandhandel. Vor allem auch weil man sie vermehren kann, gehört sie zu den preisgünstigen Pflanzen. Sie ist eine besonders dekorative Pflanze mit sehr attraktiven Blüten. Es ist eine besondere Pflanze, an der man durchaus mehrere Jahre viel Freude haben kann. Bei guter Pflege bedankt sie sich mit einem reizvollen Anblick.