Ameisen am Baum: Welche Möglichkeiten gibt es?

Ameisen am Baum

In Gärten sind Ameisen stets vorhanden und sind aus vielen Gründen für ein harmonisches Ökosystem sehr nützlich. Ameisen als Schädlinge darzustellen ist allerdings voreilig. Denn die Insekten beseitigen im Sinne des Gärtners effizient und vor allem schnell allerhand Unrat. Dazu gehören nicht allein verendete Tiere und abgestorbene Pflanzenteile. Ameisen dienen der natürlichen Reinigung des Gartens.

Ameisen am Baum: Segen und Fluch

Ameisen sind bei der Vertilgung von Ungeziefer und Insekten sehr effizient. Zudem sorgen Ameisen dafür, dass der Erdboden gut umgeschichtet wird und dadurch für weitere Nützlinge wie beispielsweise Regenwürmer vorbereitet ist. Letztendlich verdanken viele Gartenpflanzen den Ameisen die Verbreitung ihrer Samen. Trotz aller guten Eigenschaften der Ameisen sind diese Insekten in Massen bei Gärtnern unerwünscht, da sie durch ihre unterirdischen Nester und Gänge viele Wege und Beete, Rasenflächen und Terrassen unterhöhlen.

Durch die aufgewühlte Erde geht den Wurzeln der Gewächse wichtiger Bodenkontakt verloren, der normalerweise für die Zufuhr von Nährstoffen und Wasser sorgt. Betroffene Gartenpflanzen verkümmern und vertrocknen im schlimmsten Fall.

Welche Ameisenarten bewohnen Gärten?

In hiesigen Gärten halten sich speziell zwei Arten Ameisen auf, die sogenannte Gelbe Wegameise (Lasius flavus) und die Schwarze Wegameise (Lasius niger). Letztere wird auch oft als Gartenameise bezeichnet und kommt am häufigsten vor. Diese Insekten sind circa drei bis fünf Millimeter groß, meistens von braun-schwarzer Färbung und höchst anpassungsfähig. Gartenameisen siedeln bevorzugt unterhalb von Terrassen und befestigten Wegen, manchmal auch unter Steinen, Gewächsen und Grünflächen. Als Nahrung dient den Gartenameisen hauptsächlich sogenannter Honigtau, der von unterschiedlichen Schildlaus- und Blattlausarten abgesondert wird. Schwarze Ameisen jagen und verzehren allerdings auch andere Insekten.

Die Gelbe Wegameise erreicht nur eine Größe von etwa zwei bis vier Millimeter. Deren Nester befinden sich fast ausschließlich unterhalb von Grünflächen wie beispielsweise Rasen. Dabei kann ein Erdhügel entstehen, der einem locker aufgeworfenen Maulwurfshügel ähnelt. Um ihre Nahrung sicherzustellen, halten sich diese Ameisen unterirdische Wurzellaus-Kolonien und ernähren sich von deren Honigtau. Deshalb verlassen Gelbe Wegameisen ihr Nest nur selten.

Insekten einfach umsiedeln

Wenn ein Ameisennest entdeckt wurde und dies im Garten unerwünscht ist und lästig werden kann, müssen die Insekten nicht sofort getötet werden. Oft reicht es bereits aus, wenn das Ameisenvolk einfach umgesiedelt wird. Hierfür werden Blumentöpfe mit Holzwolle oder feuchter Erde gefüllt. Danach umgedreht auf das Ameisennest stellen. Nun ist etwas Geduld gefragt. Nach einer gewissen Zeit ziehen die Ameisen samt Brut um und machen es sich im Blumentopf, der von der Sonne gut angewärmt ist, bequem. Mit einem Spaten sollten Gärtner nun großzügig um den Blumentopf herum die Erde ausstechen und an einem Standort platzieren, wo die Ameisen keine Störung bedeuten.

ameise auf blatt
Missmaew/shutterstock.com

Ameisen besiedeln vermehrt Bäume

Manchmal kommt es vor, dass hunderte von Ameisen einen bestimmten Baum aufsuchen. Die Insekten wollen allerdings nichts von ihm direkt und schaden dem Baum auch nicht, egal, in welcher Anzahl die Tiere an ihm herumkrabbeln. In diesem Fall haben Ameisen Pflanzensaft-saugende Insekten erspäht. Diese Art Insekten wie beispielsweise Blattflöhe und Blattläuse leben mit Ameisen in einer Symbiose. Die Schädlinge produzieren Honigtau, den Ameisen regelrecht abmelken und als wertvolle Kohlenhydrat-Quelle für ihre Ernährung nutzen. Deshalb schützen Ameisen die Sauger sogar vor Fressfeinden, wodurch sich wiederum ein erheblicher Nachteil für den jeweiligen Baum ergeben kann.

Es ist jedoch leicht festzustellen, wo und welcher Schädling sich am Baum niedergelassen hat. Gärtner sollten nur den Ameisen bis zu deren Ernteplatz folgen.

Blattläuse ohne Chemie bekämpfen

Um Ameisen und Schädlinge vom einem Baum zu vertreiben bedarf es meistens keinerlei Chemie. Dies gelingt bereits mit einer selbst angesetzten Brennnessel-Jauche. Diese muss dafür nur regelmäßig (wenige Tage Abstand) an den betroffenen Baum gespritzt werden. Dadurch werden Schädlinge und Ameisen vertrieben und der Baum erhält zusätzlichen Dünger. Brennnessel-Jauche wird wie folgt angesetzt:

  • circa 1 Kilogramm Brennnesseln frisch abschneiden
  • diese nur grob zerkleinern
  • mit gut 10 Liter kaltem Wasser/Kilogramm übergießen
  • den Behälter nun an einem dunklen kühlen Ort stehen lassen
  • einmal pro Tag umrühren
  • für mindestens 7 Tage ziehen lassen
  • wenn die Brennnessel-Jauche anfängt zu stinken, ist sie gebrauchsfertig

Der unangenehme Geruch lässt sich übrigens mit der Zugabe von etwas Gesteinsmehl mildern. Die Brennnessel-Jauche wird grundsätzlich verdünnt und nur im Verhältnis 10 Teile Wasser mit 1 Teil Jauche angewendet.

Ameisen am Baum können viele Gründe haben

Befindet sich das Ameisennest innerhalb der Baumwurzeln, kann der Baum, je nach Umfang des Ameisenstaates, großen Schaden nehmen. Die Insekten fressen zwar nichts vom Baum, lockern jedoch den Erdboden. Dadurch geraten speziell junge Bäume in Gefahr den Halt im Boden zu verlieren. Manchmal haben unzählige Ameisen am Baum allerdings auch andere Gründe als Blattläuse. Ameisen richten sich beispielsweise gerne in kranken oder bereits abgestorbenen Baumteilen ein. Eventuell hat sich dort ein Baumpilz angesiedelt, der das Gewebe zerfrisst. In diesem Fall haben sich Leimringe und Manschetten als hilfreich erwiesen, die rundherum am Baumstamm montiert werden.

Entdecken Gärtner also vermehrt Ameisen an Bäumen, sollte dies auch als Alarmzeichen für eventuelle Krankheiten gedeutet werden. Ameisen sind allerdings nicht Verursacher, sondern geben durch ihre Anwesenheit einen Hinweis. Also sollte der Baum unbedingt genauer untersucht werden, da Ameisen normalerweise lediglich in morschem Totholz oder durch Pilze abgebautem Kernholz ihre Gänge schneiden.

Bildquelle Titelbild:

  • Sarvesh MG/shutterstock.com
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