Hängegeranien: Richtig pflegen, pflanzen und düngen

Hängegeranien

Besonders aus Süddeutschland kennt man sie: alte Bauernhäuser mit Holzbalkonen, in deren Kästen Hängegeranien wachsen, die in roter, rosa, weißer und violetter Pracht blühen. Sie möchten ebenfalls solch ein Blütenmeer an Ihrem Haus haben? Das ist kein Problem, Pelargonium peltatum, wie Hängegeranien botanisch heißen, sind pflegeleicht und wenn Sie einige Kleinigkeiten beachten, werden Sie mit dankbaren, reich blühenden Pflanzen belohnt.

Hängegeranien: Der ideale Standort

Die Heimat der Geranien ist Südafrika. Sie sind Sonnenanbeter und brauchen einen vollsonnigen Platz. Halbschatten tolerieren sie, im Schatten können sie zwar überleben, werden aber nicht ihre volle Blütenpracht entfalten. Sie lieben Wärme und fühlen sich in den in Deutschland immer heißer werdenden Sommern wohl. Regen mögen sie nicht so sehr, die empfindlichen Blüten leiden und die Wurzeln vertragen keine Staunässe. Der Standort sollte deshalb wind- und regengeschützt sein.

Pflegen und Düngen

Beim Kauf von Hängegeranien sollten Sie darauf achten, dass die Pflanzen und vor allem die Wurzeln gesund aussehen. Um das zu kontrollieren, sollten Sie vor dem Kauf die Pflanze ein wenig aus dem Topf nehmen. Keinesfalls sollten die Wurzeln braun sein oder gar schon faulig riechen. Wenn Sie die Geranien in Balkonkästen oder Kübel setzen, dann sollten Sie auf einen ausreichenden Abstand achten. Als Faustregel gelten vier Pflanzen in einem ein Meter langen Kasten. Die Erde sollte durchlässig und nährstoffreich sein. Im Handel wird spezielle Geranienerde angeboten, sie können aber auch eine gute Kübel- oder Balkonerde verwenden und diese mit ein wenig Kies durchlässiger machen.

Hängegeranien sollten nur mäßig gegossen werden. Sie vertragen eher eine Trockenperiode als zu viel Wasser. Beim Gießen hat sich die Fingerprobe bewährt: Ist die oberste Erdschicht trocken, dann ist es Zeit für neues Wasser. Wenn möglich sollten die Hängegeranien mit Regenwasser gegossen werden. Geranien haben einen hohen Nährstoffverbrauch, sie sollten daher wöchentlich gedüngt werden. Dabei sollten Sie darauf achten, dass der Dünger nicht zu viel Stickstoff enthält, der nur das Blattwachstum, nicht aber die Blüten fördert.

Ansonsten sollten Sie noch regelmäßig welke Blätter und verblühte Dolden entfernen. Sie können dabei die Pflanzen auf Schädlinge und Krankheiten kontrollieren und das Ausbrechen der Blüten fördert das Wachstum der Hängegeranie. Die Blütenpracht wird danach umso schöner nachwachsen.

Krankheiten und Schädlinge der Hängegeranien

Eine gut gepflegte, gesunde Pflanze ist auch weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Doch auch der beste Gärtner kann einen Befall nicht immer vermeiden. Regenreiche Sommer setzen den Pflanzen auch bei guter Pflege kräftig zu. Andere Schädlinge treten vermehrt in heißen, trockenen Sommern auf.

Die häufigsten Schädlinge

Spinnmilben sind winzig klein und kaum zu erkennen, richten aber erheblichen Fressschaden an. Ältere befallene Blätter werden oft fahl und weisen Vernarbungen an den Blattunterseiten auf.
Weiße Fliegen legen ihre Eier auf den Unterseiten der Blätter ab, wo sie sich zu Larven entwickeln, die die Blätter aussaugen. Sie sind leicht an den weißen Punkten an den Blattunterseiten zu erkennen.  Gewitterkäfer oder Thripse, wie sie offiziell heißen, erkennen Sie an Vernarbungen an den Adern der Blätter, verkümmerte Blütendolden und gesprenkelte Blüten. Blattläuse saugen die Blätter aus und hinterlassen dabei klebrige Ausscheidungen. Sind die Blätter an der Unterseite klebrig, so ist das ein Zeichen von Blattlaus-Befall.

bunte geranie hängend
addkm/shutterstock.com

Da Schädlinge auch andere Pflanzen befallen, sollten Sie sie möglichst schnell bekämpfen. Manchmal reicht es, wenn der Befall sich noch in Grenzen hält, die befallenen Stellen mit einem feuchten Tuch abzuwischen. Auch Seifenlauge hat sich als Hausmittel gegen Schädlinge bewährt. Füllen Sie dafür Wasser, wenn möglich Regenwasser, in eine Sprühflasche und mischen Sie es mit zwei Esslöffeln Öl und einen Spritzer Spülmittel mit Zitrusduft. Bei starkem Befall können Sie die Lauge auch direkt auf Blätter und Blüten auftragen.

Achten Sie dabei aber darauf, dass sie nicht in die Erde gelangt. Sie sollten die Prozedur einige Male im Abstand von zwei bis drei Tagen wiederholen, um auch dem letzten Schädling und dem letzten Ei den Garaus zu machen. Im Handel gibt es auch umweltfreundliche Mittel auf Rapsöl-Basis, wenn Sie die Chemie-Keule vermeiden wollen.

Die häufigsten Krankheiten

Die am weitesten verbreitete Krankheit bei Geranien ist der Geranienrost. Diese Pilzkrankheit können Sie an braun verfärbten Blättern, Flecken und Ringen an den Blattoberseiten und Pusteln an der Blattunterseite erkennen. Da Geranienrost sich rasend schnell verbreitet, ist es wichtig, die befallene Pflanze von den anderen zu trennen und an einem separaten Ort weiter zu pflegen. Die befallenen Blätter müssen umgehend entfernt und über den Müll entsorgt werden, dürfen also nicht auf den Kompost. Hervorgerufen wird der Geranienrost vor allem durch Feuchtigkeit auf den Blättern. Sie sollten daher vorbeugend die Hängegeranien vor Regen schützen und beim Gießen darauf achten, dass Sie nur die Erde gießen und Wasser auf den Blättern vermeiden.

Ähnlich häufig tritt bei Geranien Grauschimmel, auch Botrytis oder Graufäule genannt, auf. Grauschimmel zeigt sich an Blättern, seltener auch an den Blüten, die grau überzogen sind. Manche haben auch zusätzlich oder stattdessen schwarze Flecken. In manchen Fällen fault die Pflanze einfach und stirbt. Hervorgerufen wird der Grauschimmel ebenfalls durch zu viel Feuchtigkeit. Ursachen können aber auch ein falscher, zu dunkler Standort oder Verletzungen der Pflanze sein. Auch hier sollten befallene Pflanzenteile möglichst schnell entfernt und entsorgt werden. Die Welke wird durch Bakterien hervorgerufen.

Die befallenen Stellen welken, färben sich schwarz, schließlich stirbt die ganze Pflanze ab. Nasse Blätter, falsches Gießen, Verletzungen, aber auch übermäßiges Düngen begünstigen den Befall. Auch hier sollten Sie befallene Pflanzen separieren, da die Welke sehr ansteckend ist.  Gelbe Blätter sind keine Krankheit, sondern allenfalls ein Zeichen von Nährstoffmangel, den Sie mit Dünger leicht beheben können.

Die Hängegeranie richtig überwintern

Der Sommer ist vorüber, die Nächte werden kälter. Sie sollten ihre Hängegeranien vor dem ersten Frost ins Haus holen, in dem Sie sie leicht überwintern können. Am einfachsten geht das in einem dunklen, kühlen Kellerraum, in den Sie die Blumenkästen abstellen können. Ideal sind Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad. Je wärmer der Raum ist, desto mehr Licht benötigen die Pflanzen. Sie können die Geranien aber auch aus den Kästen oder Kübeln nehmen, die Erde entfernen, die Wurzeln ein wenig zurückschneiden und sie in Zeitungspapier eingewickelt in einer Kiste kühl und dunkel aufbewahren.

In diesem Fall müssen Sie noch nicht einmal ans Gießen denken. Aber auch wenn Sie die Pflanzen in ihren Pflanzgefäßen überwintern, sollten Sie sie nur sporadisch mit Wasser versorgen.

Sie besitzen keinen Keller oder einen vergleichbaren Raum? Auch dann ist es möglich, Ihre Geranien gut über den Winter zu bekommen. Nehmen Sie die Hängegeranien aus der Erde, stellen Sie sie, gerne in Gruppen von drei bis vier Pflanzen, in einen ausreichend großen Tontopf und füllen Sie diesen mit einem Gemisch aus Erde und Ton. Halten Sie dieses immer leicht feucht. Dann werden Ihre Hängegeranien auch an einem hellen Standort bei Temperaturen zwischen zehn und fünfzehn Grad gut über den Winter kommen. In allen drei Fällen sollten Sie aber die Hängegeranien zurückschneiden. Lange und dünne Triebe sowie die Blütenstände sollten Sie entfernen, dickere Triebe auf zehn Zentimeter zurückschneiden.

Im zeitigen Frühjahr sollten Sie beginnen, die Hängegeranien wieder an das Licht zu gewöhnen und wieder mehr gießen. Nach den Eisheiligen Mitte Mai, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, können Sie Ihre Hängegeranien wieder nach draußen bringen, wo sie in Balkonkästen und Terrassenkübeln erneut einen Sommer lang mit leuchtenden Farben blühen werden.

Bildquelle Titelbild:

  • Maya Afzaal/shutterstock.com
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