Absenker und Ableger – Pflanzen vemehren in wenigen Schritten

absenker und ableger

Pflanzen haben in der Natur eigentlich kein Problem sich selbstständig zu vermehren. Dafür verfügen sie über verschiedene Mechanismen. So können Sie sich zum Beispiel über das Weitertragen von Kernen oder das Bestäuben von Bienen vermehren.

Stößt die natürliche Vermehrung in Ihrem Garten an die Grenzen und wollen Sie Ihren Garten selber gestalten, dann sollten Sie selber die Vermehrung steuern. Mithilfe von Absenkern und Ablegern können Sie gezielt Ihre Wunschpflanzen vermehren. Doch wobei handelt es sich bei diesem Eingriff in den Garten?

Absenker und Ableger – Die Grundlagen

Bei beiden Eingriffen geht es im Detail um verschiedene Vorgänge. Dennoch haben diese eine ähnliche Grundlage, auf der das Pflanzenwachstum beruht. Bei beiden Methoden seht die Wurzelbildung im Vordergrund. Diese wird gefördert, indem ein Trieb mit Erde bedeckt wird. Nach einiger Zeit bildet sich um den Trieb ein neues Wurzelwerk. Ist dieses ausreichend groß, um eine eigenständige Pflanze zu bilden, wird der Trieb von der Mutterpflanze komplett getrennt.

So kann diese neue Pflanze eigenständig weiterwachsen und wird von der Mutterpflanze komplett losgelöst. Um die Wurzelbildung zu beschleunigen, kann die Nährstoffzufuhr eingeschränkt werden. Wird der Trieb nicht mit genügend Nährstoffen und Kohlenhydraten versorgt, muss der Trieb vermehrt Wurzeln bilden, um die ausreichende Zufuhr sicherzustellen. Dies kann gewährleistet werden, indem der Trieb geringelt oder etwas gedreht wird.

Ein anderer kleiner Trick besteht in der nicht ausreichenden Belichtung des Triebes. Mangelt es an Licht, dann wird er auch über die vermehrte Bildung der Wurzeln versuchen das Defizit auszugleichen. Möchten Sie diese Methoden anwenden, dann gehen Sie behutsam vor. Schließlich kann ein zu starker Eingriff in die Versorgung mit Nährstoffen auch dazu führen, dass der Trieb nicht überleben kann.

Pflanzen vermehren durch Absenker

Nachdem Sie die Grundprinzipien verstanden haben, geht es darum detaillierter zu erfahren, wobei es sich um das Absenken handelt. Das Absenken ist eine relativ einfache Methode und wurde bildlich schon bei der Grundlage beschrieben. Hierbei wird ein Trieb, welcher mit der Mutterpflanze verbunden ist in die Erde abgesengt. Ein Schnitt an der Unterseite des Triebes fördert die Wurzelbildung. Das Ende des Triebes sollte aus der Erde schauen, um mit Licht versorgt zu werden. So wird das Wachstum des Triebes im Allgemeinen angeregt.

Damit der Trieb über genügend Halt verfügt, wird dieser an einem Stab befestigt. Nun müssen Sie warten, bis der Trieb genügend Wurzeln gebildet hat. Sind Sie der Meinung, dass der Trieb eigenständig eine Pflanze ausbilden kann, wird der Trieb von der Mutterpflanze getrennt. Nicht bei allen Pflanzen gelingt diese Methode reibungslos. Schließlich sind nicht alle Triebe so flexibel, dass Sie diese einfach in die Erde stecken und so biegen, dass das Ende aus der Erde hinausschaut.

Hier müssen Sie etwas behutsamer vorgehen. Anstatt das Ende aus der Erde schauen zu lassen, können Sie den Trieb in einer Art Welle aus der Erde hervorschauen lassen. Zur zusätzlichen Fixierung können Sie Klammern einsetzen und den Trieb damit am Boden befestigen. Entscheiden Sie sich für diese Methode, dann ist die beste Zeit vom Herbst bis Frühjahr. Hier ist das Wurzelwachstum ideal und die neuen Triebe haben exzellente Chancen, eine eigenständige starke Pflanze zu werden.

pflanzen vermehren
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Pflanzen vermehren durch Ableger

Der Ableger bezeichnet die grundlegende Vermehrungsart der Pflanzen, bei denen über einen Trieb der Mutterpflanze, eine neue Pflanze „geklont“ wird. Der Ableger ist die einzige Möglichkeit, um nicht vermehrungsfähige Hybridsorten zu vermehren. Diese Hybridsorten wären in der Natur nicht überlebensfähig und werden nur durch den Menschen gezüchtet. Viele Pflanzen, die durch den Menschen gezüchtet wurden, sind nicht in der Lage sich eigenständig zu vermehren. Ihr Bestand ist darauf angewiesen, dass der Mensch eine künstliche Vermehrung durchführt.

Mit dem Absenker und Ableger kann dies durchgeführt werden. Neben dieser allgemeinen Definition des Ablegers wird durch diesen Begriff noch eine speziellere Methode des Vermehrens beschrieben. Bei dieser Methode wird ein einjähriger Trieb aus der Mutterpflanze in eine Rinne gelegt. Der Trieb wird in die Rinne mit Erde gelegt und mit einer Klammer waagerecht fixiert. Um das Wachstum zu begünstigen, bleibt die Rinne offen.

Mit ein bisschen Geduld bilden sich auf der Oberseite Neutriebe, die aus der Erde hinauswachsen. Nun kann die Rinne mit Erde bedeckt werden. Diese Methode sollte im Winter oder im Frühjahr durchgeführt werden. Bis zum Herbst sollten sich um den ursprünglichen Ableger zahlreiche Triebe und ein kräftiges Wurzelwerk gebildet haben. Nun kann der Ableger von der Mutterpflanze getrennt und umgepflanzt werden.

Weitere Tipps und Tricks

Bei diesen Methoden der künstlichen Vermehrung ist die Gefahr groß, dass die Triebe sich nicht richtig ausbilden und die Vermehrung nicht erfolgreich ist. Sie können jedoch dafür sorgen, dass die Erfolgschancen steigen. Wenn Sie Triebe von der Mutterpflanze entnehmen oder die Triebe aufschneiden, dann nehmen Sie nur ein desinfiziertes Messer. Denn dieser Einschnitt stellt eine Wunde dar, über welche Bakterien oder andere Krankheitserreger in die Pflanze eindringen könnten.

Vor dem Abschneiden tränken Sie das Messer in Alkohol und schon haben Sie das Messer ausreichend desinfiziert. Ein weiterer Fehler ist, dass die Triebe während der Anwuchsphase sehr stark gewässert werden. Schließlich möchten Sie, dass die Pflanzen optimale Wachstumsbedingungen haben und sind in dem Glauben, dass viel Wasser für viel Nährstoffe sorgt. Doch bei zu viel Wasser besteht die Gefahr, dass die Wurzeln faulen könnten. Damit erreichen Sie also genau den gegenteiligen Effekt und schaden der Pflanze, wenn Sie zu viel gießen.

Für die weiteren optimalen Wachstumsbedingungen sind die Temperatur und die Sonneneinstrahlung entscheidend. Die Temperatur sollte bei angenehmen 19 Grad liegen. Dies entspricht einer durchschnittlichen Raumtemperatur und stellt keine Extreme dar. Um Temperaturschwankungen zu vermeiden und die Belastung für die jungen Pflanzen zu reduzieren, sollten diese zunächst nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Ein leicht schattiger Platz ist also besser für die jungen Pflanzen. Erst wenn diese ausreichend stark sind, können diese die direkte Sonne verkraften.

Fazit

Möchten Sie selber Ihre Pflanzen im Garten oder in der Wohnung vermehren, aber kein zusätzliches Geld ausgeben? Dann können Sie eine künstliche Vermehrung vorantreiben. Mit Absenkern oder Ablegern können Sie Triebe aus der Mutterpflanze so beeinflussen, dass daraus eigenständige Pflanzen entstehen können. Diese sind zwar identische Klone, das heißt aber nicht, dass diese schwächer wären oder anfälliger gegen Krankheiten sind.

Etwas Geduld und Geschick sind allerdings gefragt, denn die Triebe sind in der Anfangsphase noch sehr schwach. Hier werden Sie einige Anläufe brauchen oder eine Vielzahl von Trieben ausbilden müssen, um eine erfolgreiche neue Pflanze züchten zu können.

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