Garten und Zimmerpflanzen richtig vermehren

Die Vermehrung der meisten Zimmer und Gartenpflanzen ist nicht allzu schwierig. Man benötigt nur ein wenig Erfahrung und keine besondere Ausrüstung um erfolgreich zu sein.

Das gilt für Aussaaten, Stecklinge, Absenker und andere einfache Vermehrungsmethoden.
Obgleich  Gewächshaus,  Frühbeet oder beheizter Anzuchtkasten bei der Pflanzenzucht  nützlich sein können, sind sie nicht unbedingt erforderlich.
Wichtig für die Vermehrung von Pflanzen sind  Temperatur, Luftfeuchtigkeit und  Licht.
Ich werde die Vermehrungsarten von Pflanzen beschreiben die ich selber durchgeführt habe. Bei vielen anderen Pflanzen wird eine ähnliche Arbeitsweise möglich sein.
Eine spezielle Site mit vielen Tipps über Pfingstrosen:  http://www.baumpfingstrosen.de/Lexikon/Vermehrung.php 

 

Das Teppichmesser für einen scharfen Schnitt Das Gärtnermesser um Zweige zu Schneiden Eine einfache Gartenschere
Tapetenmesser Gärtnermesser Gartenschere


Werkzeuge und Material

Man braucht keine besonderen Spezialwerkzeuge zu kaufen, wenn man mit der Vermehrung der Pflanzen beginnt. Ein Tapetenmesser mit auswechselbaren Klingen eignet sich für das Schneiden von Stecklingen. Dazu braucht man kein teures Veredlungsmesser. Weiterhin braucht man ein Klappmesser mit Edelstahlklinge zum Ablösen der Rinde und zum Schneiden stärkerer verholzter Pflanzenteile (Gärtnermesser) .
Eine Allzweckschere, wie man sie auch für den Schnitt von Gehölzen im Garten verwendet, besitzt vielleicht schon jeder. Es gibt Scheren aus besten Edelstahl, gehärtet, geschliffen, poliert und hartverchromt. Sie leisten hervorragende Dienste und rosten nicht mehr.
Bei der Pflanzenvermehrung braucht man sie hauptsächlich , um Steckholz zu schneiden, mit dieser Schere kann man saubere und einwandfreie Schnitte ohne Randquetschung vollbringen.
Ein weiteres nützliches Hilfsmittel bei der Vermehrung von Pflanzen ist eine Plastikfolie zum Schutz der Jungpflanzen, unter anderem um Wind und Regen von ihnen abzuhalten. Durchsichtige Plastikbeutel ( Gefrierbeutel ) erweisen sich bei der Anzucht von Stecklingen und Sämlingen als ausgezeichnete Schutzhülle.
Zur Hand sollten noch Bindfaden, Draht, Bast und Blumentöpfe sein.


Grundbedürfnisse der Pflanzen

Am notwendigsten braucht die Pflanze Licht, Wasser, Luft und Nährstoffe. Außerdem muss sie in einem bestimmten Temperaturbereich gehalten werden. Einige Pflanzen brauchen viel Licht , andere gedeihen nur im Halbschatten.
Wasser ist der zweite wichtige Wachstumsfaktor. Ohne genügend Wasser hängen die Blätter herab, die Pflanze schrumpft, sinkt ganz zu Boden und stirbt ab. Zuviel Wasser ist aber auch verkehrt, da der Sauerstoffgehalt des Bodens stark sinkt
Ein weiterer lebenswichtiger Faktor für die Pflanze ist Luft. Sie liefert der Pflanze Sauerstoff für die Atmung und und die wichtige Kohlensäure für die Assimilation. Die ständige Zufuhr frischer Luft ist für die Jungpflanzen in der Entwicklung besonders wichtig. Frisch geschnittene Stecklinge und Sämlinge müssen häufig längere Zeit mit der Luftmenge auskommen, die sich  in einem Kunststoffbeutel befindet. In diesen Fall wiegt jedoch der Vorteil der Erhaltung der hohen Luftfeuchtigkeit mehr.
Alle Pflanzen brauchen Nährstoffe, sie werden über die Wurzeln oder Blätter ( Blattdüngung ) aufgenommen. Ob man mineralischen Dünger, der immer fälschlicherweise  als Kunstdünger bezeichnet wird, oder natürlichen, organischen Dünger für den Boden verwendet, ist für die Pflanze belanglos, vorrausgesetzt, man verabreicht die Mineraldünger in normalen verträglichen Konzentrationen, denn fast alle Pflanzen ernähren sich ausschließlich von anorganischen Verbindungen. Auch der natürliche Dünger wird von den Mikroorganismen des Bodens, z.B. Bakterien, abgebaut und in solche einfachen Verbindungen gespalten, die von den Pflanzenwurzeln aufgenommen werden können. Es sind dies - chemisch gesehen - genau die gleichen Verbindungen, wie sie den Pflanzen auch durch die mineralischen Dünger zugeführt werden. 
Der Pflanze ist es egal, in welcher Form sie  ihre  Nähstoffe aufnimmt. Nur Stecklinge leben zunächst von den gespeicherten Nährstoffen und bilden selbst im Wasser ihre Wurzeln.
Deswegen benutze ich für die Aussaat und Keimung von Stecklingen ein Substrat aus  3 Teilen Torf und 1 Teil Sand.

Dem Faktor Temperatur ist besonders bei Jungpflanzen größte Beachtung zu schenken. Aussaaten und Stecklinge im Freiland sind naturgemäß besonders stark von der Witterung mit ihren schwankenden Temperaturen abhängig. Deswegen ist der Zeitpunkt der Aussaat oder Stecklingsvermehrung sorgfältig zu wählen. Man sollte daher die für die verschiedenen Pflanzenarten und Vermehrungsmethoden empfohlenen  nicht als starre Vorschrift nehmen sondern auf die örtlichen Gegebenheiten (kaltes Frühjahr ) mit in Betracht ziehen.


Teilung von Zwiebeln, Wurzel und Knollen
z.B. Tulpen, Lilien, Pfingstrosen, Dahlien
Wurzel - und Seitensprosse
Iris, Farne, Lilien, 
Keimverfahren für Kaffee und andere "Hartschalige" Saat Saat ernten und lagern
Ein - und Umtopfen Aussaat von Gemüse und Blumen
  Stecklinge und Absenker
Hortensien, Lorbeer, Liguster, Forsythie, Rhododendron

 

Elektrisch beheizte Anzuchtkästen für die frühe Aussaat