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Die Blätter des Tabaks reifen ganz allmählich während
6-8 Wochen von unten nach oben. Sie werden dabei erst heller, dann verfärben
sie sich lichtgrün, schließlich gelb und braun, bis sie abfallen.
Zuerst reifen die untersten, kleinen Blätter, die "Grumpen",
die meist schon bald nach dem Köpfen gelb oder braun werden und nicht
verwendet werden, ein wenig später reifen die 3-4 "Sandblätter",
die schon die volle Größe besitzen, besonders nikotinarm und reich an
ätherischen Ölen und Harzen sind . Bei Zigarren werden sie als Umblatt
für die Einlage benutzt.
Das Mittelgut wird etwa acht Tage nach der Ernte der
Sandblätter reif, das Hauptgut (Einlage bei Zigarren) wird wiederum zwei bis drei Wochen später
reif. Schließlich folgt das Obergut, dann der "Nachtabak", zu
dem alle im Spätherbst noch nicht reif gewordenen Blätter gerechnet
werden. Sie sind für Zigarrentabak, Deck- Umblätter nicht geeignet.
Die richtige Ernte ist besonders wichtig für eine gute Tabakqualität,
wobei die Blätter je nach Verwendung unterschiedlich geerntet werden:
Zigarrentabak (Einlage) sowie Pfeifentabak (Lange Pfeifen):
Zigarrentabak darf
im besten Fall keinen Zucker enthalten, damit der typisch alkalische
Rauch entsteht. Deshalb wird Zigarrentabak in einem vorreifen
Zustand geerntet, wenn es noch tiefgrün ist und sich gerade eben heller
verfärbt. Das Blatt ist dann noch sehr vital, kann auch nach der Ernte
Zuckerstoffe abbauen und gibt während der
Trocknung das Wasser nur sehr langsam ab.
Zigarettentabak sowie
Pfeifengut (Kurze Pfeifen):
Zigarettenfeinschnitt hat einen
typischen sauren Rauch, der Tabak muss möglichst viel Zucker enthalten.
Deshalb werden die Tabakblätter vollreif geerntet, wenn sie schon
hellgrün werden, gelbe Flächen oder Ränder bekommen. Derartige Blätter
haben kaum noch Vitalität, die Abbauprozesse sind bereits in vollem
Gange. Sie geben bei der Trocknung ihr Wasser verhältnismäßig schnell
ab, so dass das Blatt kaum noch Gelegenheit hat, die Zuckerstoffe
(Kohlehydrate) zu veratmen. Die gelbreifenden Virginia-Sorten zeigen bei
Vollreife auf der ganzen Blattfläche einen gelblich-grünen Farbton.
Ernte von Zigarrendeckblättern:
Zigarrendeckblätter benötigen eine hohe "Zügigkeit", müssen
also dünn, elastisch und geschmeidig sein und dürfen nur schwer reißen.
Als Deckblätter eignen sich nur Blätter, die möglichst im Schatten gereift sind,
also Sand- und teilweise Mittelgut. Sie gehen jedoch schnell von einem
Reifezustand in den anderen über. Daher muss zur Deckblatternte in der
ersten Erntehälfte regelmäßig der Bestand durchgegangen werden, so
dass die für die Deckblattherstellung geeigneten Blätter genau im
richtigen Vorreife-Zustand geerntet werden können.
Zur Ernte wird der Bestand 2-3 Mal je Wochedurchgesehen und die reifen
Blätter von unten nach oben geerntet, jeweils etwa 3-4 Blätter pro
Pflanze. Über 6-8 Wochen wird so zuerst das untere Sandgut geerntet,
dann in mehreren Durchgängen erst das Mittel-, dann das Hauptgut,
schließlich noch das Obergut. Die obersten Blätter haben allerdings
eine geringe Qualität und werden teilweise gar nicht mehr reif. Sie
sollten nur geerntet werden, wenn sie mindestens 25 cm lang sind und
Zigarettentabak hergestellt wird.
Wenn Anfang April gesät wurde,
beginnt die Tabakernte etwa Ende Juli, also etwa 60 Tage nach dem
Auspflanzen. Im August werden dann die mittleren, im September die
oberen Blätter reif. Da das Obergut für Zigarren nicht geeignet ist
und die Blätter vorreif geerntet werden, können Zigarrentabake im
Kleinanbau noch bis in den Juli ausgepflanzt werden. |