Kieler Anzeiger

Bericht über "richards-garten.de"im "Kieler Anzeiger"


Stiefmütterchen aus eigener Zucht sind am robustesten, sagt Richard Niegsch
Wer im Garten nicht rechtzeitig vorsorgt, dem kann unter Umständen so einiges blühen, das gar nicht ins Kraut schießen sollte. Aber nicht jeder hat einen derartig grünen Daumen wie der Friedrichsorter Richard Niegsch. Seit vielen Jahren sorgen er und seine Frau dafür, dass die Gartenarbeit keine wilden Blüten treibt und dass die Niegsch dank der vielfältigen Erträge in punkto Gemüse und Früchte Selbstversorger sind. 

Das 800 Quadratmeter große Grundstück ist sozusagen ein gärtnerisches Kleinod. Und Richard Niegsch gibt immer wieder gerne Tipps zum richtigen Begrünen, Pflanzen, Säen und Ernten.

Der grüne Spargel streckt schon die Köpfe in die Luft. Im Gewächshaus sind Paprika, Kartoffeln und  Kräuter allerdings noch entfernt davon. Im Kochtopf oder der Salatschüssel zu landen. Gut Ding will auch Weile Haben. Karotten und Tomaten gedeihen im Garten Niegsch ebenso wie viele andere Gemüse- und Fruchtsorten. Aber auch pflanzliche Kuriositäten wird Richard Niegsch sozusagen ein "goldener Boden" bereitet. Der gelernte Elektromechaniker gräbt eine Erdfrucht aus, die mit ihrem knubbeligen Äußeren wirkt wie eine Kreuzung von Kartoffel und Ginseng. "Die  Topinambur stammt aus Südamerika und schmeckt wie eine nussige Kartoffel", erklärt Richard Niegsch. Der Vorteil: Das skurrile Gemüse eignet sich auch hervorragend für Diabetiker. Die kleine Tabakzüchtung brachte den Friedrichsorter sogar ins Fernsehen. Niegsch: "Günter Jauch suchte für Stern TV einen Deutschen, der Tabak züchtet. Ich dachte zuerst, es war ein Scherz." War es aber nicht. Nach seinem Auftritt konnte Niegsch gleich 20 000 Zugriffe auf seiner Homepage verzeichnen. Skurril ist aber auch jene Eiche, die der kompetente Hobbygärtner auf Bonsai-Größe hält. Immer wieder suchen jene bei ihm Rat, deren blühende Fantasie nicht ganz mit der Realität zu vereinbaren ist. 

Hier die Tipps des Gartenkenners, der durch Experimentieren und auch Nebenbei- Studieren zu einem solchen  wurde.

"Rosen sollten jetzt schon längst geschnitten sein." Um wiederum Blattläuse zu vertreiben, empfiehlt es sich, unter die Rosen die so genannte "Studentenblume" (Targetes) zu pflanzen. Als Blattlaus-Schutz hat sich auch ein gut abgestandener Brennnesselsud bewärt. Um Rosen auf den Winter vorzubereiten, sollten sie angehäufelt werden. Lediglich in Extremfälle, wenn die edlen Blumen an ihrem Standort einem kalten Ostwind ausgesetzt sind, sollten sie mit Stroh warm gehalten werden.

Frühjahrs- und Sommerblumen so der Rat des Experten, gedeihen besonders gut, wenn man die Eisheiligen abwartet. Und in jedem Fall ist es nicht angeraten, immer wieder die gleichen Pflanzen im gleichen Boden zu kultivieren. Bevor man dann wieder Neues einpflanzt, sollte man in bestimmten Fällen auf Gründünger wie Klee oder Senf zurückgreifen. 

Pflanzen dürfen übrigens gerne auch in der prallen Sonne gegossen werden - mal abgesehen vom Gemüse. Nur sollte man kein kaltes Leitungs- sondern Regenwasser benutzen. 

Wie gerne in eine selbst gesetzte Karotte beißen will, an der nicht vorher ungebetene Gäste geknabbert haben, sollte das Beet mit Vlies abdecken 

Kartoffeln können jetzt im Kasten mit mehreren  Sandschichten, die feucht gehalten werden müssen, auf ihr Dasein im Freien vorbereitet werden.

Sollte sich dann noch einen Schnecke ans Grün wagen, rückt Niegsch ihr mit Schneckenkorn zu Leibe. Den Rest erledigen die Igel Hauptsache aber ist, dass der Garten gut aufgeräumt  wurde.

Neben den Gartentipps finden Hobbygärtner auf der Homepage (Richards-garten.de) aber auch jene Rezepte, die Ehefrau Sigrid aus Kartoffeln, Paprika und Co. gezaubert hat. Für Nachkocher, die ihre Beilagen vielleicht auch selber wollen.